22.12.2003 18:54 |

Überraschung

Nedved ist Europas Fußballer des Jahres

Pavel Nedved ist Europas Fußballer des Jahres. Der für Juventus Turin spielende Tscheche setzte sich bei der von der französischen Zeitschrift "France Football" organisierten Wahl mit 190 Punkten vor dem Franzose Thierry Henry (Arsenal London/128) und dem Italiener Paolo Maldini (AC Mailand/123) deutlich durch.
Frankreichs "Weltfußballer" Zinedine Zidane(Real Madrid) kam mit nur 64 Punkten nur auf den sechsten Platz.Die deutschen Profis spielten bei der Umfrage unter Europas Sportjournalistenerwartungsgemäß keine Rolle. Michael Ballack (BayernMünchen) landete mit nur zwei Zählern abgeschlagen aufPlatz 20.
 
Pavel Nedved ist nach Josef Masopust (1962) derzweite Tscheche, der zu Europas Fußballer des Jahres gewähltwurde. Mit der Auszeichnung wird der 31-Jährige Mittelfeldspielerfür ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr geehrt:Mit Juventus Turin erreichte Nedved das Endspiel der ChampionsLeague, in dem er aber wegen einer Gelb-Sperre nicht spielberechtigtwar. Und: Die Nationalmannschaft seines Landes führte erals Kapitän souverän durch die Qualifikation zur EMim nächsten Jahr in Portugal.
 
Geboren wurde Nedved am 30. August 1972 nahe derwestböhmischen Grenzstadt Cheb (Eger). Nach einer Saisonbei Dukla Prag wechselte er 1992 zu Rekord-Meister Sparta Pragund entwickelte sich hier zu einem der herausragenden Spielerder Liga. Anfangs konnte sich der als "Heißsporn" geltendeTechniker allerdings kaum durchsetzen: 1993 wurde er innerhalbvon sechs Spielen drei Mal vom Platz gestellt, zudem wurden ihm"Schauspielerei" und mangelnde Abwehrarbeit vorgeworfen.
 
Schnell machte er jedoch vor allem mit präzisenPässen und Freistößen auf sich aufmerksam. 1996hatte er erheblichen Anteil, dass Tschechien in England hinterder deutschen Mannschaft Vize- Europameister wurde. Unmittelbarnach der EM wechselte er zu Lazio Rom und 2001 zu Juventus Turin.Fachleute glauben, dass er dort mittlerweile den Verlust von SpielmacherZidane kompensiert hat. Dennoch ging 2001 als dunkles Kapitelin Nedveds Karriere ein, als sich Tschechien im Entscheidungsspielgegen Belgien nicht für die WM in Südkorea und Japanqualifizieren konnte.
 
Er hat daraus gelernt: Heute ist Nedved abgebrühterDreh- und Angelpunkt der Nationalmannschaft. 74 Länderspielehat der leidenschaftliche Sammler teurer Uhren bisher absolviert(17 Tore), und er will mindestens bis zur WM 2006 weiterspielen.Längst wird der zweifache Vater von Clubs wie Real Madridund FC Chelsea umworben. Die jetzige Ehrung wird ihn noch begehrtermachen.
Freitag, 07. Mai 2021
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