Mi, 22. August 2018

Kein Köpferollen

16.02.2009 15:35

Schröcksnadel: "Suchen keine Schuldigen"

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel hat sich nach abschließendem Slalom-Gold (ausführlicher Bericht in der Infobox) durch Manfred Pranger ebenfalls über ein versöhnliches Ende der 40. Ski-WM in Val d'Isere gefreut. Nachdem die ÖSV-Herren in den ersten und die Damen in den letzten drei Rennen nichts gewonnen hatten, hat Österreich mit nur fünf Stück Edelmetall aber erstmals seit 1997 nicht die Medaillenwertung gewonnen und auch das Minimalziel von sechs Medaillen verpasst. Ein Köpferollen auf Trainerseite werde es deshalb aber nicht geben, versicherte Schröcksnadel noch in Frankreich.

Das "Happy End" sei zwar versöhnlich, deckt aber auch laut Schröcksnadel nichts zu. Zweiter hinter der Schweiz zu sein, müsse man "anerkennen", den Eidgenossen sei zu gratulieren, sagte der Verbandspräsident. Im ÖSV werde man nun wie angekündigt über Verbesserungen nachdenken, Grund für personelle Konsequenzen sieht der 67-jährige Tiroler aber nicht. "Solange ich Präsident bin, haben wir noch nie Schuldige gesucht, das war nie meine Philosophie. Dann hätten wir zwar ein Opfer, das man prügeln kann, aber man verbessert nichts damit."

Der Österreichische Skiverband hatte in seiner alpinen Grundsatzstrategie vor Jahren konsequent auf Allrounder statt auf Spezialisten gesetzt und letztlich sogar die Abfahrts-Trainingsgruppe "aufgelöst". Das und die Tatsache, dass eine "Goldene Generation" es vielen jungen österreichischen Rennläufern jahrelang sehr schwer gemacht hatte, im Weltcup Fuß zu fassen, hat die einst klare Position Österreichs als Skination Nummer eins infrage gestellt.

Schröcksnadel: Keine personellen Konsequenzen
Dennoch wird es laut Österreichs oberstem Skifahrer keine personellen Konsequenzen und lediglich Änderung in der Planung geben. "Wenn wir weiterhin Erfolg haben wollen, müssen wir weiter auf Konstanz bauen und bereit sein, Veränderungen vorzunehmen", meinte Schröcksnadel. "Die großen Veränderungen wird es aber sicher nicht geben", versicherte der Skipräsident.

Veränderungen zeichnen sich in der Jugendarbeit ab. Früher hätten Athleten schon mit 17 oder 18 gewonnen, heute sei das Durchschnittsalter 24 oder 25, meinte Schröcksnadel. Derzeit finde ein Generationswechsel statt, "so etwas birgt immer ein Risiko. Man muss die Jungen durchbringen und aufpassen, dass keiner verloren geht." Aber so lange die "Alten" besser sind als die Jungen, kannst sie eben nicht austauschen." Für Schröcksnadel ist es (für die Jungen/Anm.) "sicher ein Problem, dass man heute so lange topfit Medaillen holen kann."

Bezüglich des mageren Abschneidens in Frankreich - der ÖSV gibt seit Jahren sechs bis acht Medaillen als Ziel bei Großwettkämpfen vor - dürfe man nicht vergessen, dass der ÖSV sechs Topathleten - vier Herren und zwei Damen - vorgeben habe müssen. Er suche keine Ausreden, aber man habe eben manchmal mehr und manchmal weniger Glück, betonte der Sportfunktionär. Kathrin Zettel etwa habe im Riesentorlauf null Sicht gehabt. "Als sie im Ziel war, war alles wieder hell. Das war schon besonderes Pech", so Schröcksnadel.

Zuversicht für Olympia 2010 in Vancouver
Insgesamt gab sich Schröcksnadel zuversichtlich, in einem Jahr bei Olympia in Vancouver wieder  die Nummer eins der Welt zu sein. Einerseits, weil der Skiverband größer sei als nur der Alpinbereich und zuletzt die ÖSV-Snowboarder (sechs Medaillen, davon drei in Gold/Anm.) bei der WM ganz groß aufgezeigt hätten.

Zudem käme den Österreichern die Gegebenheiten in Westkanada entgegen. "Das ist unser Klima. Niedrig, Wald, nasser Schnee. Damit wachsen wir in Österreich auf und deshalb haben wir uns auch vor zwei Jahren in Aare so schwergetan", meinte Schröcksnadel. Er hege daher große Zuversicht für die Spiele in Vancouver. "Lieber habe ich heute eine Delle als dort."

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