Mi, 22. August 2018

Taktik umgestellt

11.02.2009 13:47

Drogenszene um "Flex" in die Knie gezwungen

Beim Donaukanal - im Bereich der Augartenbrücke, der U-Bahnstation Schottenring und rund um das Szenelokal "Flex" - hatte sich in den vergangenen Jahren eine offene, immer aggressivere Drogenszene gebildet. Die Exekutive hat deshalb "nach Evaluierung der gesetzten Maßnahmen" ihre Taktik umgestellt. "Mit Erfolg", wie Herbert Stübler vom Landeskriminalamt am Mittwoch sagte. Was auch der Betreiber des Lokals, Thomas Eller, bestätigte. "Allerdings gibt es nur eine Botschaft an die Polizei: weiterarbeiten."

Immer wieder ist es wegen der offenen Szene am Kanal zu politischen Auseinandersetzungen und Anrainerbeschwerden gekommen. Zuletzt wurde Ellers Wunsch nach Ausweitung der Sperrstunden heftig diskutiert. Fest steht, dass die Drogenszene vom Schwedenplatz zum Areal rund um die Augartenbrücke "gewandert" war, sich Passanten auf der Straße und in der U-Bahnstation Schottenring mit Belästigungen konfrontiert sahen.

Begleit- und Beschaffungskriminalität gesenkt
Von Jänner 2005 bis Oktober 2008 nahm die Polizei dort 687 Personen wegen des Verdachts auf Suchtgifthandel fest. Ab November 2008 wurden die Schwerpunktmaßnahmen intensiviert, wie Stübler berichtete. In den drei Folgemonaten kam es zu weiteren 168 Festnahmen und 462 Anzeigen. Die Begleit- und Beschaffungskriminalität sei Stübler zufolge gesenkt worden. Entscheidend ist die "massive Polizeipräsenz" gewesen, das "objektive Sicherheitsgefühl" ist dadurch "gestärkt worden".

"Es ist jetzt Ruhe eingekehrt"
"Im vergangenen halben Jahr hat die Polizei, konkret die Abteilung Straßenkriminalität, sehr gut gearbeitet, es ist jetzt Ruhe eingekehrt", so Eller. "Wenn man aber nicht weitermacht mit den Schwerpunktaktionen, hat man im Frühling/Sommer das gleiche Theater", warnte der "Flex"-Chef, der sich erneut dagegen wehrte, die Drogen- und Begleitkriminalität seinem Lokal zuzuschreiben.

Die Polizei will ihre gewonnen Kenntnisse jedenfalls auch auf "andere Szene-Örtlichkeiten" anwenden, betonte Stübler. Wie diese Strategie konkret aussieht, darüber wollte der Beamte aus kriminaltaktischen Gründen keine Angaben machen.

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