Di, 14. August 2018

Zu wenig Aufträge

11.02.2009 18:29

Remus kündigt zehn Prozent der Belegschaft

Der weststeirische Auspuffhersteller und Sport-Sponsor Remus muss wegen der Wirtschaftskrise rund zehn Prozent seiner Belegschaft kündigen. Hubert Holzapfel vom Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) will gegen die Kündigungen gerichtlich vorgehen und einen Sozialplan erwirken, der drei Monatsgehälter als Abfertigung vorsieht. Er hat Sorge, dass "mehr dahinter steckt" und sogar "Insolvenzgefahr bestehen" könnte. Etwa 60 Stammarbeiter sollen betroffen sein.

Remus-Geschäftsführerin Angelika Kresch hingegen erklärte am Dienstag, dass Zahlungsschwierigkeiten "noch nicht" bestehen, die Situation sich aber "schnell ändern kann, wenn es so weiter geht". Sie habe die Diskussion "satt" und spricht bezüglich der Kündigungen von notwendigen Maßnahmen. Kresch könne die Mitarbeiter nicht "weiter durchfüttern" und müsse die Belegschaft reduzieren, um die restlichen rund 600 Mitarbeiter zu retten. Sie schließt auch weitere Kündigungen nicht aus.

Massive Auftragseinbrüche
Seit dem vergangenen Oktober verzeichne das in Bärnbach ansässige Unternehmen 30 bis 70 Prozent Auftragseinbrüche und "die Talsohle ist offenbar noch nicht erreicht", so Kresch. Sie widersprach einem Bericht des ORF Steiermark am Dienstag, wonach Mitarbeiter ihre Geburtstagsfeier unfreiwillig finanziert hätten. "Die Angestellten haben mir ein Geschenk gemacht und dafür freiwillig knapp 15 Euro eingezahlt. Ich muss mich zwar nicht rechtfertigen, aber ich habe meine Feier selbst bezahlt," so Kresch empört.

Kündigungen sollen teilweise angefochten werden
Der steirische ÖGB-Sekretär hingegen erklärte, dass Arbeiter aus dem Stammpersonal den blauen Brief erhalten haben, während in der Holding genau so viele Leiharbeiter seien, die man entlasse könne. Von den rund 60 nun gekündigten Mitarbeitern hätte man mit 20 eine einvernehmliche Lösung - teilweise auch bezüglich einer Wiedereinstellung - getroffen, erklärte die Geschäftsführerin. Die übrigen Kündigungen will Holzapfel vor Gericht anfechten. Die Klagen seien bereits eingebracht. Auch die steirische Arbeiterkammer forderte in einer Aussendung einen Sozialplan für die gekündigten Mitarbeiter und zieht den Gang zur Schlichtungsstelle in Betracht.

Kresch erklärte, dass man seit November in Sozialplan-Verhandlungen sei, die Gewerkschaft jedoch das Angebot nicht annehmen wollte. Das Unternehmen biete ein halbes bis drei Monatsgehälter - je nach Betriebszugehörigkeit. Holzapfel ist das zu wenig. Er will für alle Betroffenen drei Gehälter.

Der Geschäftsführerin bereiten die Kündigungen wegen Arbeitsmangels jedenfalls "schlaflose Nächte". 18 Jahre lang habe man hunderte Arbeitsplätze für die Region geschaffen und sei nicht wie andere Hersteller ins Ausland abgewandert. "Sonst hätten wir das Problem nicht," meinte Kresch.

Symbolbild

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