Rätselhafter Fall

Sextäter als Dealer vor Linzer Schule

Oberösterreich
02.02.2009 16:00
Entsetzt reagiert Oberösterreichs Sicherheitsdirektor auf die "Krone"-Enthüllung, dass der niedergestochene Drogendealer ein vorbestrafter Sextäter ist: Die Polizei prüft, warum der 34-jährige afrikanische Asylwerber nicht abgeschoben wurde, sondern weiterhin Haschisch vor der Berufsschule an der Linzer Wienerstraße verkaufen konnte.

Wie exklusiv berichtet, hatte der 34-jährige Francis F. aus Kamerun in Marchtrenk eine 48-jährige Frau überfallen, vergewaltigt und ihre Handtasche geraubt. Er war zwar rasch ausgeforscht, wurde aber lediglich zu neun Monaten Haft verurteilt, fünf davon bedingt. Zu wenig für eine sofortige Abschiebung nach vierjährigem Asylverfahren: Der Ex-Häftling konnte weiterhin ungehindert beim Drogen-Treff beim Krempl-Hochhaus mit Haschisch dealen, bis er dort vor einer Woche zwei Stichverletzungen erlitt.

Zweifel an den Aussagen
"Er sagt nicht alles, was er weiß", vermutet Sicherheitsdirektor Dr. Alois Lißl, dass entweder ein schwarzafrikanischer Bandenkrieg zum Mordversuch geführt, oder dass sich der Mann selbst verletzt hat, um seiner Abschiebung zu entgehen: Aus dem gleichen Grund hat sich vor einem Jahr in Steyr ein 18-jähriger nigerianischer Asylwerber ein Messer in den Bauch gerammt.

Francis F. sei beim unabhängigen Berufungssenat abgeblitzt und nun entscheide im beschleunigten rechtssaatlichten Verfahren der Asylgerichtshof über seine Abschiebung.

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