Mit vier Millionen angezeigter Temposünder hätte rein theoretisch jeder Führerscheinbesitzer in Österreich 2008 ein derartiges Delikt begangen. Wie hoch der Anteil an ausländischer Rasern in der Bilanz sei, lasse sich - aufgrund der verschiedenen Behörden, die in Österreich Strafbescheide erstellen - nur schwer eruieren, sagte Otmar Bruckner vom Referat für Verkehrsdienst im Innenministerium.
Nicht angepasste Geschwindigkeit ist ungebrochen die Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle "und wird daher auch weiterhin einen wesentlichen Teil unserer Kontrolltätigkeiten darstellen", betonte Fekter. Etwa 2,9 Millionen Lenker wurden durch Radarmessung, rund 700.000 mit Lasertechnik und 200.000 von Zivilstreifen oder durch Section-Control-Anlagen ertappt. Außerdem wurden von der Polizei im Vorjahr mehr als 46.000 Drängler gestoppt, was einem Anstieg um sechs Prozent gegenüber 2007 entspricht.
Mehr Alkoholkontrollen als Indiz für Alkolenker-Rückgang
Bei Alkoholkontrollen wurden 42.281 beeinträchtigte Lenker angezeigt (Rückgang um minus 5,2 Prozent zu 2007). Insgesamt mussten 23.404 Personen sofort den Führerschein abgeben, zudem sind 949 Drogenlenker aus dem Verkehr gezogen worden. Die Alkoholkontrollen wurden gegenüber dem Vorjahr um rund 28 Prozent erhöht. Der Rückgang bei den ertappten Alkolenkern sei ein Indiz dafür, dass die massiven Kontrollen Wirkung zeigen, meinte Fekter.
Gurt- und Freisprech-Muffel sind mehr geworden
Interessant: Obwohl die Strafen für Telefonieren am Steuer im vergangenen Jahr von 25 auf 50 Euro erhöht wurden, sind um 18,1 Prozent mehr Lenker (rund 112.000) wegen Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung angezeigt oder mittels Organstrafverfügung an Ort und Stelle bestraft worden.
Eine Zunahme um mehr als zehn Prozent hat es bei nichtangeschnallten Lenkern gegeben. 2008 wurden 156.698 Übertretungen gegen die Gurtpflicht festgestellt.
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