Die Frau ging gegen 19 Uhr auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums in Seiersberg zu ihrem Wagen. Als sie nach dem Einsteigen ihr Handy in die Freisprecheinrichtung steckte, bemerkte sie, dass hinter ihr die Fahrzeugtür geöffnet wurde und eine Person in den Pkw stieg. Im selben Moment legte der Mann schon von hinten seinen Unterarm um ihren Hals. Gleichzeitig bemerkte die Frau, dass der Täter ihr eine schwarze Waffe - später stellte sich heraus, es war eine Spielzeugpistole - gegen die Hüfte drückte.
"Fahren, fahren, fahren!"
Da das Opfer glaubte, sie werde ausgeraubt, bot sie dem Täter das Geld, das sie bei sich trug. Doch der Mann brüllte nur: "Fahren, fahren, fahren!" Die Frau wurde in die Ausfahrtsstraße Richtung Merkur-Markt dirigiert. Als sie sich einem Fußgängerübergang näherte, musste sie die Geschwindigkeit ihres Autos verringern. In diesem Moment kam ihr ein Pkw entgegen. Die mutige Steirerin nutzte die Chance und rammte den Wagen. Sie sprang aus dem Fahrzeug, lief auf die umstehenden Passanten zu und rief um Hilfe.
Der Täter wollte ihr nachsetzen, musste aber wegen der aktivierten Kindersicherung über die Vordersitze klettern und auf der Beifahrerseite aussteigen. Der Mann flüchtete dann über den Parkplatz in Richtung Norden - und verschwand vorerst. Die 40-Jährige erlitt einen Schock und wurde von der Rettung versorgt.
Student als Täter gefasst: "Wollte nur das Auto"
Eine sofort eingeleitete Alarmfahndung führte zu dem Verdächtigen, der in der Nähe des Einkaufszentrums aufgegriffen wurde und eine der Täterbeschreibung entsprechende Kleidung trug. Die Frau hatte angegeben, der Mann habe gebrochen Deutsch gesprochen.
Bei der Befragung gab der junge Mann zunächst einen Besuch bei Bekannten als Alibi an. Als sich jedoch der Verdacht erhärtete, gestand der 21-Jährige, der sich als Student in Österreich aufhält, schließlich die Tat. Er habe nur das Auto rauben und in seiner Heimat Bosnien verkaufen wollen. Er habe nicht vorgehabt, der Frau etwas anzutun. Die Antwort auf die brennende Frage, warum er die Frau zwang vom Parkplatz zu fahren, anstatt sich selbst ans Steuer des Wagens zu setzen, blieb er offenbar schuldig.
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