23.12.2008 14:07 |

Alles wieder im Lot

Raich: "Ein paar Kekse habe ich schon verdient"

Alle Jahre wieder ist Benjamin Raich Österreichs einziger Anwärter auf den Sieg im Gesamt-Weltcup. So verhält es sich auch heuer - und der Pitztaler befindet sich auf einem guten Weg, zum zweiten Mal nach 2006 die Große Kristallkugel zu holen. "Die bisherige Saisonbilanz ist zufriedenstellend. Ein paar Weihnachtskekse habe ich mir schon verdient", meinte der 30-Jährige, der nach 13 Bewerben als Zweiter im Gesamt-Weltcup nur 37 Punkte Rückstand auf Leader Aksel Lund Svindal aufweist. Der Norweger hat in den vier Südtirol-Rennen in Gröden und Alta Badia gerade einmal 35 Punkte zusammengekratzt.

Mit zwei Siegen (Riesentorlauf Beaver Creek, Super-Kombination Val d'Isere) und einem dritten Platz (Slalom Alta Badia) hat Raich bisher 393 Zähler an Land gezogen. Für Raich, der in früheren Jahren stets erst im Jänner so richtig auf Betriebstemperatur gekommen war, eine durchaus passable Ausbeute. Zum Vergleich: In der Saison seines Gesamtweltcup-Sieges hatte Raich mit 430 Punkten, also mit 37 Zählern mehr auf dem Konto, Weihnachten gefeiert.

"Das Niveau ist sehr hoch"
Dass sich bis dato in dieser Saison keiner der Spitzenpiloten wie Svindal oder Bode Miller (USA) absetzen konnte, ist für Raich fast logisch. "Gerade in Tagen, in denen viel über den Neunfachsieg vom Patscherkofel gesprochen wird, muss gesagt werden, dass die Zeit der Seriensieger vorbei ist. Die Konkurrenz ist sehr eng zusammengerückt, das Niveau ist sehr hoch."

Das zeigt sich in der aktuellen Weltcup-Wertung, in der die Top Acht Svindal, Raich, Jean-Baptiste Grange, Didier Cuche, Carlo Janka, Daniel Albrecht, Ivica Kostelic und Didier Defago innerhalb von nur 121 Punkten liegen.

Mit 30 schon ein Oldie?
Raich sieht sich mittlerweile im Ski-Weltcup unter den Oldies, lebt aber nach wie vor voll und ganz für den Skisport. "Ich bin einer von den Alten. Ich bin 30 Jahre alt und seit zehn Jahren im Weltcup. Das ist die Realität. Aber Rennfahren ist nach wie vor mein Leben", erklärte der Freund von Österreichs derzeit verletzter Slalom-Topfahrerin Marlies Schild.

Im Vorjahr hatte Raich den Kampf um den Gesamt-Weltcup gegen Miller vor allem in den Disziplinen Slalom und Super-Kombinationen verloren. In diesen ist er im laufenden WM-Winter deutlich besser. Vielleicht deshalb, weil Raich in der Vorbereitung das eine oder andere Speed-Training auf Kosten einer Technik-Einheit geopfert hat.

Musterschüler Raich
Österreichs Herren-Cheftrainer Toni Giger freut sich einerseits über insgesamt vier Siege seiner Truppe vor Weihnachten, andererseits einmal mehr vor allem über die Leistungen seines Musterschülers. "Jedes Team der Welt wäre froh, einen Läufer wie Raich zu haben." Auch Giger sieht den Schlüssel zum möglichen Erfolg Raichs in der Steigerung der Punkteausbeute in den technischen Disziplinen.

"Raichs Hauptstandbeine sind nun einmal Slalom, Riesentorlauf und Super-Kombination. In der Kombi und im Slalom hatte er vergangene Saison die entscheidenden Punkte liegengelassen, das klappt heuer deutlich besser", so Giger.

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