24.12.2008 14:00 |

Offener Kampf

Neun Siegerinnen in zehn Damen-Weltcup-Rennen

Ausgeglichen wie lange nicht mehr gestaltet sich der Weltcup-Winter der Ski-Damen. In bisher zehn Rennen hat es neun verschiedene Siegerinnen aus ebenso vielen Nationen gegeben, einzig die US-Amerikanerin Lindsey Vonn hat zweimal voll angeschrieben. Österreich hat einen Sieg durch Kathrin Zettel im Riesentorlauf von Sölden zu Buche stehen, heimliche Gewinnerin der Weltcup-Bewerbe in St. Moritz war Nicole Hosp, die im Gesamtweltcup hinter Vonn (438 Punkte), Tanja Poutiainen (FIN/400) und Maria Riesch (GER/378) mit 368 Zählern an vierter Stelle liegt.

Hosp wurde in der Super-Kombination Zweite und Fünfte im Super-G, Vonn schied zweimal aus, Riesch punktete als Kombi-Vierte, musste dann aber auch im Super-G einen Ausfall hinnehmen. Hosp machte deutlich Boden gut auf die stärksten Konkurrentinnen, die Tirolerin hatte sich gegen ein Antreten in der Abfahrt entschieden und hat so einen Tag länger Weihnachtspause. Weil die Abfahrt in St. Moritz abgesagt wurde, bewahrheitete sich ihre Befürchtung, dass Vonn und Riesch wieder davonziehen könnten, nicht. Seit den Rennen in Aspen hatte Hosp "außer Fieber alle möglichen Beschwerden" und nun Zeit, vollständig zu genesen und voll fit zu werden.

Vonns Dominanz gebrochen
Dass es im Gesamtweltcup nun doch so eng her geht, hätte man nach dem sensationellen Slalom-Erfolg der einstigen Speed-Spezialistin Vonn in Levi wohl nicht vermuten mögen. "Da hat jeder geglaubt, jetzt ist sie sowieso nie mehr zu holen. Aber das relativiert sich einfach wieder, das ist das Gute, das macht es interessanter für den Sport. An der Spitze ist es dichter geworden, das zeigen die verschiedenen Siegerinnen, es ist ein offener Kampf, der noch lange nicht entschieden ist", prophezeit ÖSV-Damen-Cheftrainer Herbert Mandl für die weitere Saison.

Vor allem im Riesentorlauf haben die Österreicherinnen die Chance auf den einen oder anderen weiteren Sieg ausgelassen. "Das ist auch das Überraschende an der Tatsache, dass es neun verschiedene Siegerinnen in zehn Rennen gab. Im Riesentorlauf wären die Chancen relativ gut für uns gewesen", meinte auch Mandl. Mit Andrea Fischbacher, Elisabeth Görgl und Nicole Hosp wurden jeweils ÖSV-Läuferinnen Dritte. In La Molina hatte Kathrin Zettel zur Halbzeit geführt, war dann aber ausgeschieden.

Götschl noch nicht optimal unterwegs
Im Slalom sei es laut Mandl nach dem verletzungsbedingten Fehlen von Marlies Schild vorhersehbar gewesen, dass die Disziplin offener wird. Über die Abfahrt könne man nicht so viel sagen, da es erst eine gegeben habe, in der Andrea Fischbacher und Maria Holaus jeweils auf Platz fünf kamen und Anna Fenninger mit Platz acht aufzeigte. Das sei positiv zu werten, wohingegen Renate Götschl und Elisabeth Görgl ihr Potenzial nicht ganz abriefen. "Aber ich muss auch sagen, dass da das Wind-Roulette ein bischen mitgespielt hat", meinte Mandl.

Mannschaftlich gesehen seien die zwei bisherigen Super-G enttäuschend verlaufen, der zweite Platz von Andrea Fischbacher in Lake Louise sei allerdings hervorzuheben. "Und im Super-G in St. Moritz hat auch mitgespielt, dass Fischbacher und Maria Holaus nicht hundertprozentig dabei waren. Aber es ist eigentlich die Disziplin, in der wir viele gute Läufer hätten. Es ist sicher nicht das, was wir erwartet haben." Im Gegensatz zu den Speed-Spezialistinnen hätten Hosp und Zettel (bis zu ihrem Ausfall) eine gute Figur gemacht.

Bei Görgl fährt der Krampf mit
Entgegen den vielversprechenden Trainingsleistungen hat die bisherige Saison für Elisabeth Görgl, die auch als Mit-Anwärterin auf den Gesamtweltcup galt, mit Ausnahme des Riesentorlaufs (Dritte und Vierte) nicht das Erwartete gebracht. "Vor allem in den schnellen Disziplinen ist sie weit unter den Möglichkeiten geblieben. Das zeigt aber auch, dass sie mit Krampf fahrt, dann kann man nicht schnell sein, und genau das spiegelt sich bei ihr wider", meinte Mandl. Und wenn es nicht so laufe und man dem Ergebnis hinterherfahre, dann beginne die Tüftlerei.

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