19.12.2008 10:48 |

Hausmänner

Dino-Männchen pflegten die Brut

Schon so mancher Dinosaurier-Vater kümmerte sich vor Millionen Jahren um seinen Nachwuchs und hockte auf den Eiern des Geleges. Die männliche Brutpflege wurde später an viele der heutigen Vogelarten weitergegeben, wie US-Forscher im Journal "Science" berichten. Das Team hatte fossile Knochen und Gelege von Dinosaurier-Arten untersucht, die sehr eng mit den heutigen Vögeln verwandt sind.

Bei mehr als 90 Prozent der heute lebenden Vogelarten sind die Männchen an der Brutpflege zumindest beteiligt. Zum Vergleich: Bei Säugetieren sind es weniger als fünf Prozent. Unter den Urkiefervögeln, zu denen unter anderem Laufvögel wie der Emu oder Strauß gehören, sind die Männchen fast aller Arten sogar ausschließlich für das Ausbrüten und die Aufzucht des Nachwuchses verantwortlich. Seit nun bekannt ist, dass Vögel sehr wahrscheinlich direkte Nachfahren bestimmter Dinosaurier sind, rätseln Experten darüber, ob dieses Modell der männlichen Brutpflege bereits vor Jahrmillionen entstanden oder eine Neuerrungenschaft moderner Vögel ist.

Männliche Dinos in Brutposition gefunden
Dass vermutlich ersteres der Fall ist, fanden die Forscher um David Varricchio von der Montana State University in Bozeman nun bei der Untersuchung von Fossilien heraus, die zu drei Dinos aus der Gruppe der Theropoden gehören. Fossile Überreste dieser Saurier wurden direkt auf versteinerten Gelegen gefunden, einige in typischer Brutposition. Die Wissenschaftler stellten fest, dass es sich bei den Sauriern sehr wahrscheinlich um männliche Tiere handelt. Die fossilen Knochen zeigten keinerlei Veränderungen, wie sie für Weibchen während der Fortpflanzung typisch sind.

Dann verglichen die Forscher bei heutigen Vögeln und bei den Dinosauriern, wie sich die Größe des Geleges zur Körpermasse der erwachsenen Tiere verhält. Das Ergebnis: Das bei den fossilen Dinos festgestellte Verhältnis entspricht am ehesten dem heutiger Vogelarten, bei denen das Männchen die Brutpflege übernimmt.

Männchen sorgten für Nachwuchs
Dass die männlichen Vertreter die Hauptrolle bei der Brutpflege übernahmen, ist womöglich eine Folge der großen Gelege. Bei Troodon oder den Oviraptoren umfassten diese 22 bis 30 große Eier, die allerdings nicht auf einmal, sondern nach und nach gelegt wurden. Um diesen Kraftakt zu gewährleisten, mussten die Weibchen sich vorrangig um ihre eigene Versorgung kümmern und ihre Energie einteilen, vermuten die Forscher. Die Männchen sorgten unterdessen für den Nachwuchs.

Die väterliche Alleinfürsorge sei wahrscheinlich die ursprüngliche Variante elterlicher Fürsorge, berichten die Wissenschaftler. Die gemeinschaftliche Brutpflege vieler heutiger Vogelarten sei demnach später entstanden.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Samstag, 05. Dezember 2020
Wetter Symbol