15.12.2008 13:55 |

Pilot chancenlos

Ein Toter bei Absturz eines Kleinflugzeugs

Den Absturz eines Kleinflugzeuges bei Bad Vöslau im niederösterreichischen Bezirk Baden hat der Pilot am Sonntagnachmittag mit dem Leben bezahlt. Der amerikanische Kapitän einer einmotorigen Sportmaschine wollte auf einem Flugplatz landen, verlor aber im dichten Nebel die Orientierung: Die Maschine zerschellte nach einem Blindflug zwischen den Bäumen. Für den Piloten kam jede Hilfe zu spät, er starb noch an der Absturzstelle. Weitere Personen befanden sich - entgegen ersten Annahmen - nicht an Bord, teilte die niederösterreichische Sicherheitsdirektion am frühen Sonntagabend mit.

Mit den Worten "Alles o.k. Ich bin schon im Landeanflug zu euch" hatte sich der aus England kommende Pilot gegen 14 Uhr noch beim "Tower" des Vöslauer Flugplatzes gemeldet. "Der Mann wollte bei uns auftanken, einen Passagier abholen und dann nach Ungarn weiterfliegen", erinnert sich Betriebsleiter Peter Tiefbrunner an das letzte Gespräch mit dem Unglücksopfer.

Während dieses Funkkontaktes gab es keinerlei Anzeichen, dass der Pilot mit seiner "Piper PA 46", einer sechssitzigen Sportmaschine, Probleme gehabt hätte. Erst danach dürfte der Flieger im dichten Nebel mit Sichtschwierigkeiten zu kämpfen gehabt haben. Fest steht, dass der Amerikaner noch auf "Sichtflug" umgeschaltet hatte - und dass der Funkkontakt dann urplötzlich abriss.

Schlechte Witterung erschwerte Suche
Unmittelbar nach Verschwinden des Flugzeugs vom Radar alarmierte die niederösterreichische Landeswarnzentrale das Notarztteam des Roten Kreuzes Baden sowie zwei Rettungsmannschaften des Roten Kreuzes Bad Vöslau, den ÖAMTC-Notarzthubschrauber Christophorus 3 sowie die Bergrettungen Triestingtal und Hohe Wand. Gemeinsam mit sieben Feuerwehren aus Baden und Bad Vöslau sowie der Exekutive wurde ein großer Bereich des südlichen Wienerwalds abgesucht. Auf Grund des schlechten Flugwetters musste der Notarzthubschrauber die Suchflüge jedoch einstellen.

Mit aller Wucht in den Wald gebohrt
Das unwegsame Gelände sowie die Witterungsverhältnisse forderten den Einsatzkräften, die sich teils zu Fuß zur Unfallstelle vorkämpfen mussten, alles ab. Nach rund eineinhalb Stunden Suche meldete die Feuerwehr schließlich den Fund des abgestürzten Flugzeuges: Unweit der Burgruine Merkenstein hatte sich die Maschine mit aller Wucht in den Wald gebohrt - und war zerschellt. Für den Piloten kam jede Hilfe zu spät, er wurde tot im Wrack gefunden. Das Dach des Cockpits war aufgerissen, der Verunglückte hatte unter anderem tödliche Kopfverletzungen erlitten.

Ermittlungen zur Unfallursache angelaufen
Am Montag sind die Ermittlungen der Unfalluntersuchungsstelle des Bundes, Fachbereich Luftfahrt, zur Klärung der Ursache angelaufen. Die Untersuchungen seien Montag früh aufgenommen worden, bestätigte der Leiter der Bundesanstalt für Verkehr, Gerald Pöllmann, der mit ersten Ergebnissen frühestens in den Nachmittagsstunden rechnete.

Seitens der Ermittler wurde nicht ausgeschlossen, dass der Absturz mit der zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Gebiet herrschenden Witterung in Zusammenhang stehen könnte. Konkrete Anhaltspunkte dafür gebe es vorerst jedoch nicht, wurde betont.

von Christoph Matzl, Kronen Zeitung, und krone.at

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