So, 19. August 2018

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25.10.2008 18:12

Brandanschlag auf kurdisches Lokal

In Rudolfsheim-Fünfhaus sind Samstagfrüh mehrere kleinere Brandsätze durch Tür und Fenster eines kurdischen Vereinslokals geworfen worden. Verletzt wurde laut Polizei-Mitteilung niemand, es entstand lediglich geringer Sachschaden. Die Brandsätze sind noch vor Eintreffen der Feuerwehr in dem Lokal erloschen, zum Hintergrund der Tat konnte die Polizei am Samstagvormittag noch nichts sagen.

Die Ermittlungen führt das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung.

Der Verband der kurdischen Vereine in Österreich (FEYKOM) mit Sitz im 15. Bezirk in Wien macht indirekt Türken für den jüngsten Brandanschlag in Fünfhaus verantwortlich. Das kurdische Vereinslokal sei laut Angaben der Vereinsmitglieder in der Nacht von Freitag auf Samstag durch etwa 40 nationalistisch gesinnte türkische Jugendliche verwüstet worden, heißt es in der Aussendung vom Samstag: "In der gleichen Nacht wurden laut Angaben der Augenzeugen die Fenster des Vereins mit Steinen beworfen und Molotowcocktails in das Vereinslokal geschmissen."

Gewalt sein „Folge des Staatsterrors“
Angriffe türkischer Jugendliche auf kurdische Vereine in Österreich und andere Vorfälle in Europa sind in den Augen des Verbandes "eine Folge des Staatsterrors gegen Kurden und Kurdinnen", wie es in der Pressemitteilung heißt. "Wir fordern die türkische Regierung auf, rasch eine Erklärung abzugeben und Schritte in Richtung der Lösung der kurdischen Frage zu tun, um diese Gewaltwelle zu stoppen."

Außerdem forderte FEYKOM eine Erklärung zum Zustand des in der Türkei inhaftierten PKK-Chefs Abdullah Öcalan. Der Kurden-Verband verurteilte die "durch die türkische Regierung geschürte Gewalt" und rief seine Mitglieder auf, Ruhe zu bewahren.

Anschläge in Wien und Salzburg
Am Wochenende waren in Wien und Salzburg Brandanschläge auf einen türkischen Verein und ein türkisches Konsulat verübt worden, auch hier war nur Sachschaden entstanden. Das Innenministerium vermutet Sympathisanten der "Arbeiterpartei Kurdistans" (PKK) dahinter, wie Sprecher Rudolf Gollia zu Wochenbeginn sagte.

Freilassung von Öcalan gefordert
Anhänger der von der EU und der Türkei als Terrororganisation eingestuften kurdischen Organisation demonstrierten zuletzt auch außerhalb der Türkei für die Freilassung von PKK-Chef Abdullah Öcalan aus türkischer Haft. In Wien wollten sich 40 Aktivisten gewaltsam Zutritt zur UNO-City verschaffen. Die Spannungen sind durch das militärische Vorgehen der Türkei gegen PKK-Kämpfer im Grenzgebiet zum mehrheitlich kurdischen Nordirak erhöht.

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