So, 23. September 2018

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24.10.2008 12:11

"New York Times" gibt Empfehlung für Obama ab

Die renommierte US-Zeitung "New York Times" hat eine Wahlempfehlung für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama abgegeben. In einem vorab veröffentlichen Leitartikel der Freitagsausgabe mit dem Titel "Barack Obama for President" heißt es: "Die USA sind arg mitgenommen und orientierungslos nach acht Jahren verfehlter Führung durch Präsident (George W.) Bush." Der derart gelobte Obama ist indes auf Hawaii bei seiner kranken Großmutter zu einem Besuch eingetroffen.

Im Wahlkampf sei Übertreibung üblich, aber dieses Jahr gehe es wirklich um die Zukunft des Landes. Obama habe während des langen und harten Wahlkampfs "bewiesen, dass er die richtige Wahl als 44. Präsident der Vereinigten Staaten ist", schreibt die Zeitung, die sich bei den Vorwahlen der Demokraten auf die Seite von Hillary Clinton geschlagen hatte.

"Obama hat kühlen Kopf bewiesen"
Mit jeder Herausforderung sei Obama als Führungsfigur gewachsen und habe seinen Versprechungen von Hoffnung und Wandel Substanz gegeben, heißt es im "NYT"-Leitartikel. Er habe "einen kühlen Kopf und einwandfreies Urteilsvermögen bewiesen". "Wir glauben, dass er den Willen und die Fähigkeit besitzt, den breiten politischen Konsens zu schmieden, der wesentlich für das Finden von Lösungen für die Probleme des Landes ist", heißt es weiter.

Kritik an McCains Wahlkampf
Vom republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain, den die "New York Times" bei den Vorwahlen seiner Partei unterstützt hatte, zeigte sich die Zeitung enttäuscht. Er habe einen "Wahlkampf der parteiischen Spaltung, des Klassenkampfs und sogar mit Andeutungen von Rassismus" geführt. Mit der Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin, habe er außerdem eine Vizekandidatin ausgewählt, die "offensichtlich ungeeignet" für das Amt sei. Diese auf "Opportunismus und schlechtem Urteilsvermögen" beruhende Entscheidung habe McCains Leistungen während 26 Jahren im US-Kongress verblassen lassen.

NYT-Empfehlung keine Erfolgsgarantie  
In den vergangenen Tagen hatten bereits andere renommierte Zeitungen wie "Washington Post", "Los Angeles Times", "Boston Globe" und "Chicago Tribune" empfohlen, bei der Wahl am 4. November für Obama zu stimmen. Die "NYT" hatte bei den Präsidentschaftswahlen 2004 dem demokratischen Kandidaten John Kerry ihre Unterstützung ausgesprochen.

Obama bei kranker Großmutter eingetroffen
Obama selbst ist ungerührt von der Empfehlung der "New York Times" am Freitag zu einem Besuch bei seiner schwerkranken Großmutter auf Hawaii eingetroffen. Der demokratische Kandidat hatte sich am Montag entschlossen, für einen Krankenbesuch bei der 85-jährigen Madelyn Dunham seinen Wahlkampf für einen Tag zu unterbrechen. Obama hatte am Donnerstag in einem Interview mit dem Fernsehsender CBS gesagt, seine Großmutter sei immer die "Säule" der Familie gewesen.

Da er sich schon nicht von seiner Mutter habe verabschieden können, als diese im Alter von 53 Jahren an einem Krebsleiden starb, wolle er sichergehen, nicht den gleichen Fehler zweimal zu machen. "Meine Oma, mein Opa und meine Mum waren die Menschen, die während meiner Kindheit immer auf mich aufgepasst haben. Und meine Großmutter ist die letzte, die von ihnen noch da ist", sagte Obama.

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