Di, 21. August 2018

Therapie

29.10.2003 12:53

Klettern auf Krankenschein

Unter "Bouldern" versteht man risikoloses Klettern knapp über dem Boden bzw. Ganzkörpergymnastik auf der Kletterwand. Laut Ärzten ist diese Art der Bewegung längst als Form der Therapie anerkannt. In Vorarlberg und Oberösterreich werden dafür sogar Krankenscheine ausgestellt.
Speziell bei Problemen mit dem Rücken oderdem Gelenks- und Muskelkorsett empfiehlt sich diese sehr sanfteArt des Kletterns, die auch ohne den Adrenalin-Kick auskommt.
 
Gefahr gleich Null
Der bekannte Linzer Sportmediziner Dr. GüntherStraub, selbst Extremkletterer und Handchirurg, sieht im Bouldernkeine Gefahr für ältere Semester: "Wenn Herz und Kreislaufin Ordnung sind, ist die Gefahr gleich Null. Klettern ist aufdiese Weise bis ins hohe Alter möglich. Es ist Ganzkörpergymnastik,wobei Motorik, Koordination, Kreativität und Selbstvertrauengestärkt werden".
 
Sportart für alle
"Bouldern" wird hauptsächlich Indoor betriebenund ist damit eine Ganzjahressport. An den Kletterwändentummeln sich "Patienten" neben Normalverbrauchern, die sogar überhängendeWände bezwingen. Und auch die Altersgruppen sind bunt gemischt:Es kommt durchaus vor, dass mit Enkel, Vater und Opa drei Generationeneine Seilschaft bilden.
 
"Bouldern" ringt um Anerkennung
Noch kämpfen Straub und andere Klettertherapeutenum mehr Anerkennung für das Therapie- und Gesundheitsklettern:"Seniorenturnen ist absolut kein Sitzen auf Stockerln mit kuriosenBewegungen".
 
Einer der es wissen muss, bestätigt die Mediziner:Für Ewald, einen Krebspatienten, ist Bouldern sogar lebenswichtiggeworden: "In der Wand vergisst du alles".

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