Sa, 23. Juni 2018

Drogen am Steuer

27.10.2003 13:56

Erstes mobiles Gerät für Drogentest am Steuer

Kiffer und Kokser können bald nicht mehr so leicht entwischen, wenn sie von der Polizei am Lenkrad gestoppt werden: Ein neues Testgerät kann in Speichelproben innerhalb von 15 Minuten bis zu sechs verschiedene Substanzen analysieren.
Das Testgerät der Firma Dräger kannbis zu sechs verschiedene Substanzen analysieren, darunter Cannabis,Opiate, Kokain und Designerdrogen wie beispielsweise Ecstasy.Problematisch ist lediglich, im Speichel Reste eines Mohnweckerlsvon Heroin zu unterscheiden (was chemisch aber auch extrem schwerist).
 
So geht´s
Der "Drug Test" von Dräger, der seit 1998 inDeutschland, Europa und den USA in der Praxis getestet wurde,ist klein, leicht und überall einsetzbar. Das Gerätbesteht aus einem Probennehmer, einer Kassette mit einem Teststreifenund einem Auswertegerät.
 
Die Speichelprobe wird in die Kassette eingeführt.Darin tastet ein Laser einen Teststreifen ab. Wird er fündig,sendet er einen Lichtblitz an einen Sensor, der ein Signal aufdas Display des Auswertegerätes weiterleitet: Dort erscheintauf der Anzeige dann "Coc" für Kokain, "Opi" für Opiate,"Amp" für Amphetamine, "Meth" für Ecstasy und ähnlicheDesignerdrogen oder "Thc" für Cannabis.
 
Diese Daten können per Infrarot oder Kabeldirekt auf PC übertragen werden, für den mobilen Einsatzgibt es optional eine Tastatur zur Dateneingabe und einen batteriebetriebenenDrucker. Durch die Technik gelingt der Nachweis schon im Bereichweniger Nanogramm Droge pro Milliliter Speichel.
 
Es ist nach Auskunft von Dräger-Sprecher AndreasManns weltweit die erste mobile Apparatur, die zuverlässigaus einer Speichelprobe diese Drogen nachweisen kann. Das warbislang nur mit aufwändigen Urin-, Blut- oder Haaruntersuchungenmöglich.
 
Für Details Labor-Tests notwendig
Dennoch kann das Gerät nur eine Aussage darübertreffen, ob die Stoffe im Speichel sind oder nicht. In welchenMengen und von welcher Güte, muss im Labor überprüftwerden. Denn auch Mohnbrötchen oder Hustensaft könnenSpuren von Opiaten enthalten. Das Gerät, das Drägerkommende Woche in Düsseldorf vorstellen will, soll im Frühjahr2004 zu einen Listenpreis von 6600 Euro auf den Markt kommen.

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