Mi, 26. September 2018

Wie ein Torpedo

17.10.2008 12:00

Roboter kann ohne Kabel 6.000 Meter tief tauchen

Er ist gelb, knapp vier Meter lang und erinnert an einen Torpedo: Deutsche Meeresforscher arbeiten demnächst mit einem Roboter, der ohne Kabelverbindung bis zu 6.000 Meter tief selbstständig tauchen und den Meeresboden vermessen kann. "Das System, das in den USA entwickelt wurde, dient der Erforschung der Tiefsee und nicht militärischen Zwecken", sagt der Direktor des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften IFM-GEOMAR, Professor Peter Herzig. Mit seiner Tauchtiefe erreicht der Roboter einen europäischen Rekord für Geräte ohne Kabelverbindung.

Das 2,3 Millionen Euro teure Unterwasserfahrzeug "ABYSS" (Autonomes Benthisches Hydrothermal-Suchsystem) kann bis zu 24 Stunden hintereinander in den Tiefen der Ozeane arbeiten. Dabei soll es den Meeresboden auf einem programmierten Kurs kartieren und fotografieren, so Herzig.

Der Tauchroboter wurde speziell dafür entwickelt, heiße Tiefseequellen und Unterwasservulkane aufzuspüren. Ein Problem bei der Erforschung der Meere sind die riesigen Flächen. Das Fahrzeug ist nach Angaben der Forscher aus Kiel in der Lage, große Areale auf dem Meeresboden schnell und hochauflösend zu erfassen.

Testfahrt auf den Kanarischen Inseln
Das System ist bis zu 8 Stundenkilometer schnell und kann sich dem Meeresboden bis auf wenige Meter nähern. "Zunächst geht die Crew mit dem Tauchroboter und dem Forschungsschiff 'Poseidon' noch in diesem November auf eine Testfahrt zu den Kanarischen Inseln", sagt der wissenschaftliche Leiter des Teams, Klas Lackschewitz. Der erste "echte" Einsatz führt die Meeresforscher Anfang 2009 zum mittelatlantischen Rücken in der Nähe des Äquators, einem Hauptuntersuchungsgebiet. "Wir kennen dort mehrere heiße Quellen und wollen untersuchen, warum sie sich genau an dieser Stelle befinden und wie sie ihre Umgebung beeinflussen", so Lackschewitz.

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