Di, 18. Dezember 2018

Mord im Weingarten

21.10.2008 13:29

Opfer dürfte Tat selbst in Auftrag gegeben haben!

Dramatische Wende im "Weingarten-Mord": Drei Tage nach dem mysteriösen Leichenfund im niederösterreichischen Bad Pirawarth scheint der Fall jetzt geklärt. Opfer Rudolf P. dürfte seinen eigenen Tod in Auftrag gegeben haben! Er engagierte einen Bekannten, der ihm zwei Kugeln in Kopf und Brust jagte. Damit die Familie die Lebensversicherung erhält und aus den Schulden herauskommt. Der 38-Jährige hat seinem mutmaßlichen "Auftragskiller" erzählt, er sei schwer krank. Für die Polizei entspricht der Fall dem Delikt "Tötung auf Verlangen".

Der 38-jährige Trafikant Rudolf P. wurde - nachdem er zwei Tage als abgängig galt - am Mittwoch blutüberströmt neben seinem Auto, einem BMW, in einem Weingarten in Niederösterreich gefunden. Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, Mord und Selbstmord standen im Raum - jetzt kam die dramatische Wende in dem Fall: Der durch seine Spielsucht hochverschuldete Familienvater hat seinen eigenen Tod in Auftrag gegeben!

Die Auszahlung der Lebensversicherung von rund 200.000 Euro war für Rudolf P. offenbar die letzte Rettung für seine Familie. Daher "bat" er einen 36-jährigen Bekannten, ihn zu erschießen, und es wie einen eiskalten Raubmord aussehen zu lassen. Alles war bei dem mörderischen Plan bis ins kleinste Detail durchdacht.

Mutmaßlicher "Auftragskiller" in Haft
Als "Belohnung" übergab Rudolf P. seinem "Helfer" Bargeld, eine Halskette und seine Uhr. Der mutmaßliche Täter bekam auch noch zwei Kaufverträge für die beiden Fahrzeuge des Opfers. Doch die Ermittler (Gruppe Etz) ließen sich nicht auf die falsche Spur bringen: Der Verdächtige wurde Freitagnacht verhaftet.

Die Berichte des 36-Jährigen zu dem Fall seien "glaubhaft", so Chefinspektor Leopold Etz vom LKA Niederösterreich. Rudolf P. habe den Bekannten für die Tat ausgewählt, da er zu diesem Vertrauen gehabt hätte. Auf den zwei Jahre jüngeren Mann kam man bei der Rekonstruktion der letzten Tage Rudolf P.s.

Opfer fuhr nach Schüssen selbst in den Weingarten
Die beiden Männer haben sich laut Etz am Montagabend bei Gerasdorf getroffen. Ursprünglich hätte die Tat dort schon durchgeführt werden sollen, die Örtlichkeiten dort hätten sich "jedoch als ungeeignet erwiesen". Die Niederösterreicher fuhren auf der Brünner Straße zum späteren Tatort. Dort hat der 38-Jährige seinem Bekannten dann die versprochenen Gegenstände gegeben und die beiden Kaufverträge für die Fahrzeuge unterschrieben. P. habe zudem noch einmal "eindringlich erklärt", dass ihn der 36-Jährige erschießen solle, so der Kriminalist weiter.

Der 36-Jährige habe zunächst einen Probeschuss abgegeben und dann in die Brust des 38-Jährigen gefeuert. "Aus kurzer Entfernung" hat er ihm dann noch einen Kopfschuss versetzt. Der im Sterben liegende P. war laut Polizei noch in der Lage, in sein Auto zu steigen und das Fahrzeug in den Weingarten zu lenken.

Von Ch.Budin und K. Loibnegger, KronenZeitung, und krone.at

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