Sa, 18. August 2018

Korruptionsskandal

11.10.2008 20:05

Gesamte Regierung Perus zurückgetreten

In Peru sind Ministerpräsident Jorge del Castillo und das gesamte Kabinett nach Korruptionsvorwürfen zurückgetreten. Präsident Alan Garcia (Bild) akzeptierte das Rücktrittsgesuch seines Regierungschefs am Freitag und ernannte den linksgerichteten Politiker Yehude Simon zum Nachfolger Del Castillos.

Del Castillo steht unter Verdacht, Teil eines Korruptionsnetzwerks um Öl- und Gaskonzessionen zu sein. Sein Name war auf Bändern mitgeschnittener Gespräche genannt worden, in denen es um einflussreiche Personen ging, die die Konzessionsvergabe beeinflussten. Del Castillo bestreitet, etwas mit der illegalen Vergabe von Förderlizenzen für Erdöl und Erdgas gegen Zahlung von Schmiergeldern zu tun zu haben. Das Parlament hat beschlossen, die Vergabe aller Gas- und Ölkonzessionen seit 2006 zu untersuchen.

Simon sagt Korruption den Kampf an
Viele Peruaner, von denen 44 Prozent in Armut leben, werfen der Regierung vor, der wirtschaftliche Aufschwung gehe an ihnen vorbei. Simon, der wegen "Verherrlichung von Terrorismus" in den 90er-Jahren im Gefängnis saß, versprach die Bekämpfung der Korruption und sagte, die Regierung müsse das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen.

Popularitätswerte im Sinken
García, der sich im Wahlkampf als Sozialdemokrat bezeichnen ließ, hat mit einer konservativen Wirtschaftspolitik zwar eine der höchsten Wachstumsraten in ganz Lateinamerika erzielt. Zugleich aber brachte er linksgerichtete Gewerkschaften gegen sich auf. Im September sank seine Popularität auf zuletzt nur noch 19 Prozent.

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