Di, 21. August 2018

Seine Wegbegleiter

12.10.2008 16:50

Petzner: "Werde ihn wahnsinnig vermissen"

Betroffenheit und Trauer haben am Samstag die Pressekonferenz im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung nach dem Unfalltod von Landeshauptmann Jörg Haider geprägt. Stefan Petzner, Haiders Pressesprecher und Stellvertreter in der Bundespartei, kämpfte mehrfach mit den Tränen, als er gestand, er habe Haider geliebt. "Wir müssen jetzt alle zusammenstehen", appellierte Petzner an Politiker und Bevölkerung.

"Ich kann nicht begreifen, was geschehen ist", sagte Petzner mit tränenerstickter Stimme. Haider sei ein Politiker gewesen, der Österreich bewegt habe und dessen Spuren sichtbar bleiben würden. Sein Tod sei derart plötzlich und unerwartet gekommen, dass man es eigentlich nicht glauben könne.

Haider sei der beste Freund gewesen, den er je gehabt habe, so Petzner. "Er war mein Lebensmensch." Haider sei immer gut gelaunt gewesen, in all den Jahren der Zusammenarbeit nie laut geworden. "Ich werde ihn wahnsinnig vermissen."

Noch keine Gedanken über Parteizukunft
Es gelte nun, sein politisches Erbe weiterzutragen, betonte Petzner. Wie es in der Partei weitergehen werde, darüber könne jetzt noch nicht gesprochen werden. Am späten Nachmittag oder am Abend werde es eine Sitzung der Landesparteileitung geben. "Da werden keine politischen Beschlüsse gefasst oder Strategien diskutiert, sondern wir werden um Jörg Haider trauern", so sein langjähriger Sprecher.

Gerhard Dörfler: "Sonne vom Himmel gefallen"
Auch Landeshauptmannstellvertreter Gerhard Dörfler würdigte die Person Haiders, den er bereits "vor langer Zeit" kennengelernt habe. Haider habe die Menschen im Land in sein Herz geschlossen gehabt. Dörfler sprach den Angehörigen des Verstorbenen sein tiefes Mitgefühl aus und bedankte sich "im Namen aller Kärntnerinnen und Kärntner bei Jörg Haider".

Schon in einer ersten Reaktion in den Morgenstunden hatte Dörfler gemeint: "Die Sonne ist vom Himmel gefallen".

"Haben große Schuhe anzuziehen"
Wie Petzner rief auch Dörfler zum Zusammenstehen und zur Zusammenarbeit auf. Er werde sich Mühe geben, im Sinne Haiders weiterzuarbeiten, wenngleich ihm dabei eines bewusst sei: "Wir haben große Schuhe, die wir heute geerbt haben, anzuziehen." Dörfler wird vorerst die Regierungsgeschäfte übernehmen.

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