So, 19. August 2018

Ins Nest getreten

09.10.2008 17:38

Schulklassen von wütenden Wespen attackiert

Schmerzhaften "Naturkundeunterricht" bekamen Schüler aus Ober- und Niederösterreich in den vergangenen Tagen bei ihren jeweiligen Wanderausflügen: Im oberösterreichischen Pesenbachtal bei Feldkirchen an der Donau traten Welser Volksschüler im Wald in ein Erdwespennest, die Insekten reagierten sauer und stachen 20 Schüler und zwei Lehrerinnen. In Niederösterreich fielen am Donnerstag 15 Schüler wütenden Wespen zu Opfer. Wie durch ein Wunder wies in beiden Fällen kein Kind eine allergische Reaktion auf.

Zwei vierte Klassen und eine zweite der Volksschule 6 aus Wels-Neustadt hatten sich an dem Ausflug ins Mühlviertel beteiligt. Durch die Wespenattacke brach unter den Kleinen Panik aus, die Lehrkräfte alarmierten Rettung und Feuerwehr.

Alle 22 Opfer wurden zum Feldkirchner Arzt Andreas Scheuer gebracht: "Zum Glück reagierte kein Kind allergisch. Wir haben die Schüler beruhigt, Blutdruck gemessen, abgehorcht und ihnen homöopathische Mittel gegeben. Das größte Problem war eigentlich die Panik." Eine Lehrerin kollabierte aber am folgenden Tag im Unterricht, musste im Spital behandelt werden. Laut Schuldirektorin Isabelle Teihs war es keine Spätfolge. Nur dem Glück ist es zu verdanken, dass die Attacke harmlos verlief: Laut Forschung reagiert jeder Zehnte auf Wespenstiche allergisch.

NÖ: 15 Kinder bei Ausflug gestochen
Am Donnerstag sind bei den Myrafällen bei Muggendorf im Bezirk Wiener Neustadt 15 Kinder von Wespen gestochen worden. Die Gruppe war auf einem Ausflug, als sie von den Insekten angegriffen wurden, berichtet "144 - Notruf NÖ". Die Kids dürften den Vorfall glimpflich überstanden haben. Sie seien allesamt leicht verletzt, aber keines der Kinder hat allergische Reaktionen gezeigt. Immerhin drei Rettungswagen waren im Einsatz.

Wespenstaaten derzeit besonders gefährlich
Wenn sich alljährlich im Spätsommer und Herbst Vorfälle häufen, bei denen Menschen von Wespen attackiert werden, so ist das kein Zufall. Die Staaten der wehrhaften Insekten erreichen erst gegen Ende der warmen Jahreszeit ihren Höhepunkt. Experten betonen, dass Wespen nur dann aggressiv werden, wenn sie sich oder ihre Brut bedroht fühlen. Weltweit kennen die Zoologen rund 60 Arten von "Faltenwespen im engeren Sinne" - so der Fachausdruck für die meist aggressiv gelb-schwarz gefärbten Insekten. Als wärmeliebende Tiergruppe liegt ihr Hauptverbreitungsgebiet in den Tropen, in Europa sind lediglich elf Arten bekannt.

Wildes Gefuchtel macht alles nur noch schlimmer
Experten betonen immer wieder, dass die Aggressivität der Wespen überschätzt wird. Aktiv greifen die Insekten nur dann an, wenn sie sich oder ihre Brut gefährdet sehen, zu besiedelten Nestern sollte man wenigstens ein paar Meter Abstand halten. Kommt einem eine Wespe zu nahe, machen Hysterie und wildes Fuchteln die Sache nur schlimmer. Stiche von Wespen oder Hornissen werden nur in Einzelfällen wirklich gefährlich, wenn etwa Kinder, Allergiker oder bestimmte Körperstellen wie Speise- oder Luftröhre betroffen sind.

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