Di, 25. September 2018

Tennistrophy

09.10.2008 13:12

Fischer nach beherztem Kampf ausgeschieden

Martin Fischer ist am Mittwoch nach einer guten Leistung in der ersten Runde der Bank-Austria-Trophy in Wien ausgeschieden. Der 22-jährige Vorarlberger wehrte sich gegen den Weltranglisten-Neunten Juan Martin del Potro aber stärker als erwartet und musste sich erst nach 2:11 Stunden mit 6:7(7), 6:7(5) geschlagen geben. Im Tie-Break fand Fischer dabei sogar einen Satzball vor. Del Potro trifft nun auf den Deutschen Philipp Kohlschreiber. Am späten Abend ist auch Alex Peya ausgeschieden: Der 28-jährige Wiener, der zuletzt beim Davis Cup in Wimbledon für den entscheidenden Punkt sorgte, musste sich dem als Nummer 8 gesetzten Franzosen Gael Monfils nach 1:59 Stunden mit 6:3, 1:6, 3:6 geschlagen geben.

"Man muss das erst verarbeiten, wenn man rauskommt und zweimal im Tie-Break verliert, wenn man im ersten Satz Satzball hat und im zweiten auf den Satz serviert", meinte Fischer nach seinem fünften Antreten im Hauptbewerb eines ATP-Turniers und der ebensovielten Niederlage. Auch wenn die Enttäuschung überwog, so war es für Fischer sein bisher bestes Erlebnis, angefeuert von rund 6.000 Zuschauern, als Nummer 219 die Nummer 9 der Welt so zu fordern.

Müder del Potro
Eine Nummer 9, die an diesem Tag aber nicht wie ein Top-Ten-Mann agierte. Fischer bot eine sehr gute Leistung, doch der zwei Jahre jüngere del Potro wirkte müde und präsentierte sich keinesfalls in jener Form, die ihn heuer zu vier Turniersiegen sowie zuletzt ins Tokio-Endspiel gebracht hatte. Der Argentinier spielte Fischer auch sehr oft auf dessen weit stärkere Rückhand und brachte den Vorarlberger damit auch besser ins Spiel.

"Das habe ich auch nicht verstanden, das ist mir natürlich entgegengekommen", stellte Fischer fest. Del Potro wirkte auch auf der anschließenden Pressekonferenz extrem müde. "Ich habe Davis Cup gespielt, dann Tokio und jetzt hier. Es war ein 2-Stunden-Match und ich fühle mich sehr müde, aber ich bin sehr nahe an der Qualifikation für Shanghai, daher muss ich so weitermachen."

Alex Peya gegen Franzosen Monfils out
"Ich habe das Spiel am Anfang unter Kontrolle gehabt, auch noch zu Beginn des zweiten Satzes. Dann hat mich mein Aufschlag im Stich gelassen, das kann man sich gegen so einen Mann nicht leisten", resümierte Peya seinen Auftritt. Monfils hatte im fünften Game des ersten Satzes eine Schrecksekunde, als er ausrutschte und auf den Hinterkopf fiel. Nach einem "medical time-out" spielte der Franzose aber weiter und schien nicht gehandicapt.

"Er ist gut gelaufen. Ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass er verletzt war", meinte Peya. Mit seiner Leistung war der 28-jährige Wiener zufrieden. "Auf die Leistung kann man aufbauen, wenn der Aufschlag besser wird." In seiner persönlichen Stadthallen-Bilanz steht es nun 1:5, den bisher einzigen Hauptrundensieg feierte Peya vor vier Jahren (gegen Glenn Weiner).

Melzer gegen Ferrero im Achtelfinale
Jürgen Melzer hatte sich bereits am Dienstagabend für das Achtelfinale qualifiziert. Der 27-jährige Niederösterreicher bezwang den zweifachen Wien-Sieger, den Kroaten Ivan Ljubicic, nach 1:28 Stunden mit 7:6(3), 6:3 und trifft am Donnerstag in der Wiener Stadthalle auf den Spanier Juan Carlos Ferrero. Gegen Ferrero weist Melzer eine 1:4-Bilanz auf, den bislang einzigen Sieg gegen die frühere Nummer 1 der Welt konnte er 2006 in Wien einfahren.

"Er hat bewiesen, dass er mit seinem Aufschlag immer sehr viel erreichen kann. Im Endeffekt habe ich aber die entscheidenden Punkte gemacht und das war das Wichtigste", freute sich Melzer nach seinem dritten Sieg über den Kroaten. Er selbst habe sich gegen Ljubicic, der nach einer Verletzungspause von drei Monaten erst sein zweites Match bestritt, nie in die Favoritenrolle gedrängt. "Der langsame Belag hier kommt ihm entgegen. Ich habe aber phasenweise unglaublich serviert und jetzt sehr viel Selbstvertrauen. Ich habe in den letzten Wochen und Monaten sehr gutes Tennis gespielt."

Die Entscheidung in diesem Spiel fiel im ersten Satz, als Melzer bei 4:5 zwei Satzbälle von Ljubicic abwehrte und dann das Tie-Break mit 7:3 ("Ich habe ein Super-Tiebreak gespielt") für sich entschied. Gegen Ferrero wird es freilich ein ganz anderes Match, mit wesentlich mehr Rallyes von der Grundlinie. "Ich hoffe, dass ich an die Aufschlagleistung vom Anfang gegen Ljubicic anschließen kann, dann wird es für ihn sehr schwierig werden, weil er nicht den Aufschlag von Ljubicic hat." Mit Sicherheit werde dieses Match anstrengender werden.

Koubek bei Comeback chancenlos
Zuvor hatte Stefan Koubek sein Comeback auf der ATP-Tour gegeben. Der Kärntner war nach der kurzfristigen Absage von Tommy Robredo (ESP-6) auch gegen dessen Ersatzmann, den Lucky Loser Santiago Giraldo aus Kolumbien, ohne Chance und musste sich nach nur 63 Minuten klar mit 1:6 und 2:6 geschlagen geben.

Für Koubek blieb nach dem 63-Minuten-Auftritt, der vom Publikum aber sehr fair zur Kenntnis genommen wurde, die Erkenntnis, dass er zwar absolut schmerzfrei, aber noch weit entfernt von seiner früheren Form ist. Der Kärntner zeigte nur phasenweise, was in ihm steckt, in vielen Bereichen fehlte ihm noch die Spritzigkeit. Bei den Turnieren in Madrid und Basel will er sich nun in der Qualifikation versuchen, danach heuer noch bei vier weiteren Turnieren.

"Da steht noch viel Arbeit vor mir"
"Das war noch nicht so gut. Ich habe mir sehr viel erwartet, ich habe nicht gewusst, dass der Unterschied noch so groß ist. Da steht noch viel Arbeit vor mir, ich hoffe, dass ich bis zum nächsten Jahr wieder fit bin", konstatierte Österreichs Nummer zwei.

Auch der Umstand, dass anstelle des als Nummer 6 gesetzten Spaniers Tommy Robredo, der wegen einer Hüftverletzung nicht antrat, mit Giraldo die Nummer 143 gegen Koubek einlief, hat nichts geholfen. "Eigentlich habe ich mich darüber gefreut. Ich wusste, dass ich mehr Chancen habe. Jetzt will ich gar nicht darüber nachdenken, was gegen Robredo passiert wäre. Vor ein, zwei Jahren hätte so eine Niederlage eine große Depression ausgelöst", meinte Koubek, der dieses Ergebnis aber freilich ganz anders einstufen muss.

Riesenprobleme mit dem Aufschlag
Zwar hat sich Koubek im zweiten Satz etwas gesteigert, hatte nach einem 0:4 noch eine Chance zum 3:4. "Gegen Ende habe ich hohe Spins gespielt und geschaut, dass ich so ins Match reinkomme. Aber ich renne zu Bällen hin und überlege, was ich machen soll und auch mit dem Aufschlag habe ich Riesenprobleme", erklärte der Wahl-Wiener, bei dem es aber im Training weit besser läuft.

Nach der Rückenoperation nach einem Bandscheibenvorfall konnte sich Koubek nur ganz vorsichtig wieder aufbauen. "Schmerzen sind keine da, das ist jetzt das Wichtigste. Mit gutem Rücken rauskommen - zumindest das ist mir gelungen."

Topgesetzter Wawrinka draußen
Der topgesetzte Schweizer Stanislas Wawrinka ist am Dienstag überraschend in der ersten Runde der Bank-Austria-Trophy in Wien ausgeschieden. Der Weltranglisten-Zehnte musste sich nach 2:31 Stunden völlig unerwartet dem deutschen Qualifikanten Philipp Petzschner mit 7:6 (5), 2:6, 6:7 (5) geschlagen geben. Der Vorjahresfinalist wird damit im Ranking auch an Boden verlieren. Petzschner trifft im Achtelfinale auf den Tschechen Jan Hernych, ebenfalls ein Qualifikant.

Statt der offiziellen Nummer eins – Wawrinka – ist jetzt nur noch die "heimliche" Nummer 1 des Turniers, Juan Martin del Potro, im Bewerb. Da die Gesetztenliste eines Turniers immer auf der Weltrangliste aus der Vorwoche basiert, ist der Argentinier in Wien nur die Nummer drei. Dabei hat der heuer vierfache Turniersieger am Montag dank seines Finaleinzugs in Tokio drei Plätze gutgemacht und damit auch Stanislas Wawrinka und den Chilenen Fernando Gonzalez überholt. Als Neunter scheint Del Potro erstmals in seiner Karriere in den Top Ten auf.

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