Mi, 20. Juni 2018

Üble Abzocke

25.09.2008 12:45

Steirischer Wirt betrügt Sparer um 500.000 Euro

Ein Gastwirt aus Feldbach in der Steiermark hat die Mitglieder seines Sparvereins um 500.000 Euro betrogen. Der 38-Jährige behob die Einlagen der Sparer selbst und kaufte damit Wertpapiere. Den Mitgliedern des Sparvereins zahlte er lediglich die Rendite aus, dadurch blieb der Schaden über vier Jahre unbemerkt.

Der 38-jährige Wirt besaß in Feldbach, Fehring und Bad Gleichenberg jeweils ein Café. Nach Gründung eines nicht registrierten Sparvereins im Jahr 2004 konnte er durch Zusagen von hohen Renditen rund 100 Sparer in seinen Lokalen für den Sparverein gewinnen.

12.500 Euro Höchsteinlage
Für die Einzahlungen der Sparer verwendete er Zahlscheine einer Feldbacher Sparkasse und richtete auch ein Geschäftskonto ein. Die Sparer konnten sodann Beträge von 360 Euro Mindesteinlage bis 12.500 Euro Höchsteinlage jährlich einzahlen. Die Mitglieder des Vereins waren überzeugt, dass ihre Einlagen von der Bank auch abgesichert sind.

Nur Rendite ausgezahlt
Der Gastwirt bot eine Rendite von 6,75 Prozent an und zahlte jährlich lediglich die Rendite an die Sparer aus. Die Einlagen selbst behob der Gastwirt und verwendete sie für Wertpapapierkäufe.

Betrug flog bei Revision auf
Nach einer Revision in der Bank fielen zuerst die Verbindlichkeiten des Gastwirtes in Höhe von 300.000 Euro und der nicht registrierte Sparverein auf. Daraufhin wurde Anzeige erstattet. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Gastwirt die Sparer um 500.000 Euro geschädigt hatte. Bisher konnten noch nicht alle Geschädigten einvernommen werden.

Auch Tourismusverband betrogen
Außerdem erlangte der Gastwirt vom Tourismusverband Feldbach auf betrügerische Weise Gutscheine für Kunden im Gesamtwert von 86.000 Euro, ohne den Gegenwert zu refundieren. Der 38-Jährige verursachte so innerhalb von vier Jahren einen Gesamtschaden von 886.000 Euro. Der geständige Wirt wurde festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft. Er selbst bezifferte den Schaden an den Sparern mit lediglich 232.000 Euro.

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