Mo, 24. September 2018

Auf Spurensuche

23.09.2008 20:44

Brandkatastrophe vor 158 Jahren in Wies

Am 22. September 1850, also am Montag vor 158 Jahren, ist es in Wies im Bezirk Deutschlandsberg zu einer grauenvollen Brandtragödie gekommen: Eine Herberge, in der Wallfahrer nächtigten, ging in Flammen auf. Zuvor hatte der Hausknecht die Tür versperrt, damit sich die Pilger - sie waren zu einer wundertätigen Christusstatue unterwegs - nicht ohne zu zahlen "aus dem Staub" machen konnten. Wir gehen auf Spurensuche.
Unsere Suche nach "Vergessenen Schätzen" in der Steiermark führt uns nach Wies. Dort steht die Wallfahrtskirche "Zum Gegeißelten Heiland", deren Entstehung beinahe lückenlos dokumentiert ist. Seit dem 18. Jahrhundert verehren die Gläubigen darin eine Christusstatue (siehe Bild in der Infobox), die über Mönche in die Weststeiermark kam. Durch Berührung mit einer Jesusfigur in Oberbayern wurde sie zu einer Reliquie, der man eine große Heilskraft zuschrieb.

Neun Gläubige fanden schrecklichen Tod
Es war am 22. September des Jahres 1850, als wieder zahlreiche Wallfahrer zum Wieser Gotteshaus pilgerten. Die Nacht verbrachten sie auf dem Heuboden des Bäckermeisters Brauchart. Plötzlich brach ein Brand aus. "Zugetragen soll sich das Unglück so haben: Der Hausknecht versperrte das Eisentor zum Wirtschaftsgebäude, bevor er in die Schlosstaverne ging", erzählt uns der Wieser Geschichtsforscher Franz Kraus. "Wohl vorsorglich, um nicht um das Sperrsechserl, die Nächtigungsgebühr, umzufallen." Neun Gläubige fanden einen schrecklichen Tod - davon berichtet auch das Gedicht "Die Wollfoahra" des Mundartdichters Hans Kloepfer.

Der kleine Wallfahrtsort Wies sollte nach dieser Katastrophe übrigens nie wieder seine ursprüngliche Bedeutung erlangen...

von Jörg Schwaiger und Josef Fürbass, "Steirerkrone"

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