Di, 21. August 2018

VW heiß begehrt

22.09.2008 14:19

Zahl der Autodiebstähle um 11 Prozent gestiegen

Elektronische Wegfahrsperre hin oder her - die Zahl der in Österreich gestohlenen Autos ist 2008 weiter deutlich gestiegen. Von Jänner bis August wurden um 11,3 Prozent mehr Fälle angezeigt als im Jahr davor. Wie aus einer Statistik des Bundeskriminalamts hervorgeht, wurden heuer bislang knapp 3.000 Pkw und Kombis entwendet, 2007 waren es noch 2.640 gewesen. Am häufigsten wechseln Modelle deutscher Hersteller wie VW, Audi, BMW und Mercedes unfreiwillig ihre Besitzer.

Die Zeiten der "einfachen" Autoknacker sind aber vorbei. Kriminelle Banden, professionell organisiert und meist aus dem Osten, erschweren die Aufklärung. Autodiebstähle wie einst, wo der Einbrecher die Scheibe zerschlägt, einsteigt, das Fahrzeug kurzschließt und davonbraust, sind passe. Kfz-Diebstähle heute sind großteils organisiert und werden auf Auftrag durchgeführt.

Deutsche Modelle besonders beliebt
Die Hintermänner haben es meist auf bestimmte hochpreisige Marken oder Modelle, neuerdings auch verstärkt auf Schwerfahrzeuge abgesehen. Der Fahrzeugbesitzer wird beobachtet, ausspioniert, der Schlüssel durch Abfangen des Funksignals oder Manipulationen an der Beifahrertür nachgemacht. Abgesperrte Fahrzeuge könnten so mühelos - und ohne Spuren zu hinterlassen - entriegelt werden. Das geknackte Auto wird in Folge häufig in eine Tiefgarage gebracht, wo es durch GPS-Ortung nicht auffindbar ist. Der "neue" Besitzer bzw. ein weiterer Mittelsmann kann von dort aus unbemerkt über die Grenze fahren.

Geringe Chancen auf ein Wiedersehen
Dass der Eigentümer sein Auto wiederbekommt, wird dann immer unwahrscheinlicher. Ist das Auto erst über der Grenze, wird es in Werkstätten umgearbeitet, das Auto bleibt verschwunden. Die Aufklärungsquote bei den Pkw- und Kombi-Diebstählen ist mit weniger als zehn Prozent gering. Im Jahr 2007 lag diese noch bei 11,4 Prozent. Der sinkende Erfolg hänge eng mit der neuen Form der organisierten Kriminalität zusammen.

Professionell organisierte Ostbanden
Das Problem seien Organisationen, die arbeitsteilig vorgehen. "Der eine schaut, wo das Auto steht, ein anderer macht den Schlüssel nach, ein dritter fährt damit über die Grenze. Auch wenn ich das Fahrzeug jetzt auf der Autobahn anhalte, hab ich zwar eine Person dazu, diese weiß aber meist nicht, wo das Auto herkommt oder hingebracht werden soll. Auf die Hintermänner zu kommen fällt dadurch extrem schwer", erzählte Generalmajor Gerhard Lang vom Bundeskriminalamt im Gespräch.

EU-Projekt soll Kräfte bündeln
Derzeit arbeite das Bundeskriminalamt federführend an einem EU-Projekt, wo es darum geht, Daten von internationalen Organisationen, die Informationen zur Kriminalitätsbekämpfung liefern (z. B. Olaf, Interpol, Europol etc.), zu vereinen. Alle diese Organisationen verfügen über separate Infos. Ziel ist es, diese zusammenzuführen bzw. gegenseitig auszutauschen.

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