Di, 14. August 2018

Neue "gebaucherlt"

16.09.2008 22:43

13 Heimschüler von älteren Kollegen verprügelt

13 Burschen im Alter von 14 Jahren aus dem Eisenstädter Bundesschülerheim sind in der Nacht auf Dienstag im Krankenhaus gelandet. Doch nicht etwa, weil das Essen schlecht war oder eine Darmgrippe die Runde macht. Ältere Mitschüler verprügelten die "Neuen" beim sogenannten "Baucherln". Insgesamt 16 Schläger suchten die Erstklässler in ihren Zimmern heim, wo das brutale Brauchtum offenbar zu einer Schlägerei eskalierte. Die Eisenstädter Stadtpolizei ermittelt wegen schwerer Körperverletzung.

"In einer Nacht und Nebelaktion gehen die älteren Schüler von einem Zimmer zum nächsten und schlagen den Erstklasslern mit der Hand auf den nackten Bauch. Die Jugendlichen nennen das 'Baucherln'. Gestern ist das eskaliert", erklärt der stellvertretende Stadtpolizeikommandant Günter Hauer. Demnach zogen die Schläger um ca. 21 Uhr während einer Dienstbesprechung der sechs Erzieher los und "begrüßten" die Erstklassler.

Die "Neuen" ließen sich die Willkommens-Prügel offenbar nicht gefallen und wehrten sich. Gegen die "Großen" hatten sie aber keine Chance. Einer der Buben versteckte sich verängstigt auf der Toilette und rief mit dem Handy seinen Vater an. Dieser verständigte sofort die Schulleitung, die Anzeige bei der Polizei erstattete.

16 ältere Schüler verdächtig
In der Nacht gab es dann offenbar eine regelrechte "Razzia". 13 Schüler wurden ins Krankenhaus Eisenstadt gebracht und dort ambulant behandelt. Sie erlitten blaue Flecken und Kratzer. Gegen die insgesamt 16 verdächtigen Schüler im Alter von 15 bis 19 Jahren wird wegen schwerer Körperverletzung (das Delikt ist laut §84 Strafgesetzbuch gegeben, sobald "drei Personen in verabredeter Verbindung" eine Tat begehen) ermittelt.

Disziplinäre Maßnahmen durch Heimleitung
Abseits der Anzeige könnten dem "Ritual" disziplinäre Maßnahmen der Heimleitung folgen, erklärte Landesschulratspräsident Gerhard Resch am Dienstag. Die Burschen betrachten den Willkommensbrauch als "Scherz", so Resch. "Die Erzieher reagierten schnell", lobte der Landesschulratspräsident die Angestellten des Schülerheims.

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