Mi, 15. August 2018

Neue Nummer eins

13.09.2008 15:29

Felipe Massa: "Ich will den WM-Titel"

Felipe Massa ist der neue Hoffnungsträger im Titelrennen und damit die heimliche neue Nummer 1 bei Ferrari. Der Brasilianer hat Formel-1-Weltmeister Kimi Räikkönen im teaminternen Duell überholt und damit die Hierarchie auf den Kopf gestellt. Schon beim Grand Prix von Italien am Sonntag (14 Uhr) in Monza kann Massa weiter Pluspunkte gegen den Finnen sammeln. Sollte er beim prestigeträchtigen Ferrari-Heimspiel erstmals triumphieren, übernimmt er zum zweiten Mal in dieser Saison nach Magny-Cours die WM-Spitze.

Aber auch zwei Zähler mehr als Hamilton reichen Massa, um den McLaren-Mercedes-Mann trotz Punktgleichheit dank bisher 5:4 Siegen von Platz eins zu verdrängen. Vor dem 14. Saisonlauf führt der Brite mit 76:74 gegen den Brasilianer. Der viertplatzierte Finne Räikkönen liegt bereits 19 bzw. 17 Punkte zurück.

Noch ziert sich Ferrari, die veränderte Hackordnung öffentlich zu vertreten. "Wir behandeln beide Fahrer gleich", lautet der offizielle Tenor. Massa hütet sich davor, Ansprüche auf einen "1a-Status" hinauszuposaunen. Der 27-Jährige kann sich auch so sicher sein, dass Ferrari im WM-Zweikampf mit Silberpfeil-Star Lewis Hamilton Prioritäten setzen muss.

"Ferrari fürchtet sich vor nichts"
"Ein Sieg in Monza und in der WM? Ja, das wäre möglich", sagte Massa im Gespräch mit Lesern des italienischen Fachblatts "La Gazzetta dello Sport". Der Südamerikaner geht davon aus, dass die "Roten" die Silberpfeile in den fünf ausstehenden Rennen in die Schranken verweisen können. "Ferrari fürchtet sich vor nichts, außer vor der Kälte", versicherte er siegessicher. "Ich kann Hamilton am Sonntag wieder schlagen."

Vor dem Grand Prix in Monza betonte Massa: "Ich will den WM-Titel." So greifbar nah wie dieses Jahr war sein großer Traum noch nie. Auch Michael Schumacher traut seinem früheren Teamkollegen den WM-Coup zu. "Felipe kann es schaffen", sagte der siebenmalige Rekord-Champion. Den nächsten großen Schritt möchte Massa in Monza machen: "Ich will hier gewinnen", sagte er. Allerdings bliebe auch dann ein schaler Beigeschmack wegen seines geschenkten Siegs in Spa-Francorchamps. Der Ferrari-Fahrer verteidigt die Zeitstrafe gegen Hamilton beim Großen Preis von Belgien indes als "völlig korrekt".

Keine "Massa-Mania" in Brasilien
Obwohl seit dem 1994 in Imola tödlich verunglückten dreimaligen Weltmeister Ayrton Senna kein Landsmann mehr so reelle Titelchancen hatte, herrscht in Brasilien keine "Massa-Mania". Die Formel 1 spielt in der automobilverrückten Nation dieser Tage am Strand oder in den "Boteco"-Stehkneipen kaum eine Rolle.

Der stets bescheidene und sympathische Massa will sich mit seinen großen Vorgängern auch gar nicht vergleichen. "In der Nähe von Emerson Fittipaldi, Nelson Piquet oder Ayrton Senna bin ich noch sehr, sehr klein", sagte er. "Wenn ich aber eines Tages ähnlich viel schaffe wie diese Fahrer, werde ich der glücklichste Mensch auf der Welt sein."

Vertragsverlängerung mit Räikkönen
Obwohl Massa mittlerweile Räikkönen den Rang als Nummer ein bei Ferrari abgelaufen hat, hat der Rennstall am Freitag die Verlagsverlängerung mit dem Finnen bis 2010 bekanntgegeben. "Unsere Fahrer-Paarung bleibt damit in den kommenden zwei Jahren unverändert", hieß es in der Ferrari-Aussendung, weil neben Räikkönen auch Felipe Massa einen Kontrakt bis Saisonende 2010 besitzt. Damit ist ein Wechsel des zweifachen Ex-Weltmeisters Fernando Alonso zu den Italienern vom Tisch. Der Spanier ist mit der Performance seines aktuellen Teams Renault unzufrieden und wurde deshalb zuletzt mit mehreren Rennställen in Verbindung gebracht, darunter auch Ferrari.

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