Di, 14. August 2018

AUA-Verkauf

10.09.2008 10:34

"Ende Oktober wissen wir, wer Partner ist"

Bis Freitag sind Kaufinteressenten aufgerufen, unverbindliche Angebote für die zum Verkauf stehende Austrian Airlines zu unterbreiten. AUA-Chef Alfred Ötsch zeigte sich am Mittwoch "sehr froh", dass im bisherigen Prozess "großes Interesse" bestehe und damit die Chance, einen Partner zu bekommen, mit dem man Ergebnissynergien im Sinn des Privatisierungsauftrags erreichen könne. Der Privatisierungsauftrag für die AUA gilt offiziell bis Ende Oktober. Eine Verlängerung der Frist kommt für die Fluglinie nicht in Frage.

Vor Beginn eines internationalen Luftfahrtsymposiums in Wien sprach Ötsch Mittwochfrüh von einem "engen Zeitplan". Der sei durch die politische Situation vorgegeben und werde zügig abgearbeitet. "Ende Oktober wissen wir, wer der Partner ist", sagte der AUA-Chef. Welchen Bieter er bevorzugt, wollte Ötsch jedoch nicht verraten. In der Branche gilt die deutsche Lufthansa als Favorit des Vorstands und als aussichtsreichster Kandidat.

Die Gefahr, dass AUA und Flughafen Wien nach dem Verkauf zurückgestutzt werden, "sehe ich mit dem Partner nicht", sagte Ötsch. Genau das gelte es durch den Partner zu verhindern. Über Details des Verkaufsprozesses wollte sich Ötsch nicht äußern. Ein "Detail" ist für ihn auch die Frage, ob der neue Partner mit einer Mehrheit oder nur minderheitlich einsteigen wird.

Bislang vier Interessenten
Bislang haben Air France-KLM, die russische Binnenfluglinie S7, die Turkish Airlines und die Lufthansa offiziell Interesse an der AUA angemeldet.

Die S7 hat sich am Dienstag in Wien jedenfalls der Öffentlichkeit präsentiert. Die russische Fluglinie ist auf der Suche nach einem strategischen Partner im Westen und sieht die AUA dafür als ideal an. "Wir könnten bis 2012 drei Millionen Passagiere nach Wien bringen." Das wäre mehr als das Zehnfache von dem, was die AUA derzeit an Russland-Verkehr hat (50 Flüge pro Woche in 7 Städte).

"Win-Win-Situation für beide Airlines"
Für S7-Chef Vladislav Filev passen AUA und S7 ideal zusammen. Denn als größte russische Binnenfluglinie hat er kein Auslandsnetz und "verliert" die Passagiere an Aeroflot oder Lufthansa, sobald sie das Land verlassen. Im Inland ist S7 mit 27% Marktanteil Nummer eins und wächst stark. Bei einer Partnerschaft würde sie ihre Kunden über Wien nach Westeuropa und weiter in die USA transportieren, so Filev, das wäre "eine Win-Win-Situation für beide Airlines". Noch ist die S7 etwas kleiner als die AUA, doch 70 neue Flugzeuge sind bereits bestellt. Eigentümer ist zu 65 Prozent die Frau des Airline-Chefs.

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