Di, 25. September 2018

In Vancouver dabei?

09.09.2008 13:24

Lanzinger hält Comeback für möglich

Matthias Lanzinger, dem im vergangenen März nach einem schweren Ski-Unfall der linke Unterschenkel amputiert worden war, hat eine Rückkehr auf die sportliche Bühne am Montagabend nicht ausgeschlossen. Der 27-jährige Salzburger will derzeit als Zuseher bei den Paralympics in Peking eine Antwort auf die Frage finden, "inwieweit man mit meinem Behinderungsgrad wieder Spitzensport machen kann".

Ein Comeback von Lanzinger bei den Paralympics im Winter 2010 in Vancouver steht aber noch in den Sternen: "Soweit sind meine Überlegungen noch nicht gegangen. Ich will mich nicht festlegen", betonte Lanzinger, der auf Einladung seines Prothesenherstellers derzeit in Peking weilt. "Ich muss jetzt erstens einmal wieder vollkommen fit werden. Der Unfall ist noch zu kurz her, als dass ich solche Belastungen meinem Stumpf zutrauen will. Ich kann ja noch nicht laufen, und Skifahren ist sicher die letzte Herausforderung. Dann muss ich sehen, wie mir die Umstellung gelingt und ob ich mir das noch einmal professionell antun will."

Harte Konkurrenz auch im Behindertensport
Denn ohne hartes Training und "den nötigen Spaß an der Sache" würde man auch im Behindertensport nicht bestehen: "Dafür ist die Konkurrenz zu hart. Du musst wirklich Vollgas geben." In den Alltag hat sich Lanzinger nach seinem Unfall beim alpinen Ski-Rennen am 2. März in Kvitfjell "wieder voll integriert". Der Salzburger übt sich außerdem darin, die positiven Seiten seines neuen Lebens hervorzukehren: "Ich genieße die Zeit ohne Vorbereitung auf den Winter, muss nicht jeden Tag in der Früh aufstehen."

Von Paralympics beeindruckt
Vor den Organisatoren der Paralympics in Peking zieht Lanzinger den Hut: "Es ist wirklich sehr beeindruckend. Schon die Eröffnungsfeier war toll. Ich hab mit einer abgespeckten Variante von Olympia gerechnet, aber das ist überhaupt nicht so. Es wird ein eigenes Programm auf die Beine gestellt. Und von den Leistungen der Sportler bin ich begeistert", sagte der Salzburger, der außerdem den Wunsch äußerte, dass der Behindertensport auch in der Öffentlichkeit "entsprechend gewürdigt wird".

Womöglich ist es gerade Lanzinger, der mit einem sportlichen Comeback einen entscheidenden Beitrag in dieser Hinsicht leisten könnte.

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