"Die Hintergründe dieses Verhaltens sind noch völlig unbekannt", sagt die Studienleiterin Sabine Begall. Denkbar sei ein Einfluss auf physiologische Vorgänge im Körper der Tiere wie etwa die Milchproduktion. Bei Vögeln ist die Orientierung am Magnetfeld der Erde bereits gut erforscht. Auch bei verschiedenen Nagetieren sowie einer Fledermausart ist ein Magnetsinn bekannt. So orientiert sich etwa der hamstergroße afrikanischen Graumull beim unterirdischen Nestbau am Magnetfeld der Erde.
"Daraufhin ist die Idee entstanden, auch größere Säugetiere auf einen Sinn für Magnetismus zu untersuchen", berichtet Begall. Die bei den Kühen gefunden Ergebnisse seien "hoch signifikant". Dabei könne man die Einflüsse von Wind und Sonne auf das Verhalten der Tiere weitgehend ausschließen. "Wenn sich die Tiere etwa nach der Sonne ausgerichtet hätten, hätte sich dies je nach der Uhrzeit ändern müssen", so Begall.
Aber auch bei der Wahl des meist geschützten nächtlichen Schlafplatzes von Rehen und Hirschen hätten tschechische Forscher bei Beobachtungen in der Natur eine weitgehende Nord-Süd-Ausrichtung nachgewiesen. Ob ein Sinn für Magnetismus auch beim Menschen vorhanden ist, sei derzeit noch unklar. Bei kommenden Forschungsarbeiten wollen sich die Wissenschaftler zunächst auf andere große Säugetiere wie Schafe, Pferde oder Wildschweine konzentrieren.
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