13.11.2003 09:21 |

Gewalt-Schocker

Monica Bellucci im Schocker des Jahres

Ein Wort, in dem Endgültigkeit mitschwingt: irréversible - nicht umkehrbar! Gleißend hell das Bewusstsein, dass es kein Entrinnen gibt, pechschwarz die Nacht. Eine Unterführung. Eine schöne Frau (Monica Bellucci) in einem weißen Abendkleid. Ihr Mann ist auf der Party geblieben. Ein kleiner Disput. Sie will heim. Durch diesen Tunnel. Und dann spürt sie ihn. Instinktiv. Zu spät. Er ist Täter, Bestie, sie das Opfer.
Wenn Gewalt im Kino ins Unerträgliche ausufert,wenn man vor der Wucht der Bilder nur noch flüchten möchteund dennoch wie paralysiert verharrt, ist man geneigt, sich selbstzu beruhigen: Es ist ja nur ein Film. Ein Film allerdings, derim letzten Jahr bei den Filmfestspielen in Cannes für einenhandfesten Skandal sorgte. Ein Schocker zudem, der nach dem Muster"Zurück in eine ehemals glückliche Zukunft" funktioniert,also Reaktion vor Aktion setzt.
 
Bestialische Vergewaltigung
Die grausame Rache eines Mannes - Vincent Cassel- ob der bestialischen Vergewaltigung seiner Frau - Bellucci -ist demnach nicht logisch-primitive Konsequenz, sondern Einstiegin einen veritablen Albtraum, der sich erst im Sado-Maso-Milieuund dann in einer 17-minütigen Vergewaltigungsszene entlädt.Noch einen Schritt früher sieht man das Ehepaar Bellucci/Cassel- auch im Leben ein Paar - beim zärtlichen Liebesspiel. Dazuein Satz wie ein Faustschlag: Die Zeit zerstört alles.
 
Regisseur Gaspar No verwehrt sich heftig - reinvisuell -, ein Frauenschänder zu sein. Der trockene Kommentar:"Dieser Film ist kein Verbrechen, erzeigt vielmehr eines." Wersich auf diesen atmosphärisch dichten Streifen einlässt,wird Stellung beziehen müssen: Opfer oder Täter. EinFakt: Wer außer sich ist, verabscheut nichts mehr als wiederin sich zu gehen.
 
Von Christina Krisch
Montag, 17. Mai 2021
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