Sa, 18. August 2018

Millionenprojekt

29.10.2008 12:47

Friesacher Burgenbau starten schon im Herbst

Das steinerne Erbe wird in Friesach einerseits mühsam erhalten, andererseits noch erweitert: Im Frühling startet der Bau einer sechsten Burg. In drei Jahrzehnten soll das Mittelalter erlebbar, die Forscher um Erkenntnisse klüger und die Region durch zahlreiche Gäste wirtschaftlich belebt werden.

Nachdem die Finanzierung des Burgneubaus geklärt ist - EU, Land und Stadt haben allein bis 2015 rund 7,5 Millionen Euro zugesagt - laufen die Arbeiten an: Im Rathaus wird eine Zeichenstube für architektonische Vorarbeiten eingerichtet, die Uni Klagenfurt sucht historische Schnitte der Kleidung aus dem 12. Jahrhundert. "Genäht wird mittelalterlich: ohne Nähmaschine", freut sich Siegfried Moser, der Geschäftsführer der Burg Friesach Errichtungs-GmbH.

Vorbereitungsarbeiten starten
Im Winter werden, natürlich zum richtigen Mond, Bäume gefällt, die derzeit noch nahe dem Deutschordens-Spital stehen. Auf diesen neun Hektar werden sie wieder eingesetzt: als Kaminholz. Ab März werden dort innerhalb einer Palisade Schmied, Steinbrecher und andere Zunftmeister arbeiten, ein erster Turm soll entstehen. "Anfangs sind die Werkstätten einfach, doch sie werden sich entwickeln wie das Leben und die Bautätigkeit im Mittelalter", schwärmt Moser vom neuen Projekt .

Auf diese ständige Veränderung setzen auch viele Bürger. "In ein Museum, in dem sich nichts verändert, geht man einmal. Doch hier werden Touristen ständig etwas Neues sehen und öfter kommen", hofft Unternehmer Dieter Craigher.

Handwerker sollen in leere Lokale ziehen
Alle Besucher werden von den Parkplätzen der Landesausstellung durch die Altstadt geleitet - zu Fuß oder per Fuhrwerk. "In den derzeit leeren Lokalen der Stadt sollen sich Handwerker ansiedeln. Mit der Burg werden auch wir und die Unternehmer wachsen", ist sich Moser sicher. Daran muss die Vermarktungsgesellschaft hart arbeiten.

Das Interesse ist bereits geweckt:
Schulklassen wollen das Mittelalter erleben. Auch Arbeiter, die eigentlich großteils vom Arbeitsmarktservice kommen, melden sich. "Sogar aus Spanien habe ich Anfragen", so Bürgermeister Josef Kronlechner. Die ersten Mauern könnten jedoch umstürzen. "Viele Techniken müssen erst erprobt werden. Doch das erworbene Wissen können die Experten dann in ganz Europa bei Restaurierungen einsetzen", ist Moser auch vom wissenschaftlichen Sinn überzeugt. Somit heißt es nun: "Stein auf Stein - der wirtschaftliche Erfolg soll unser sein".

Vergleichbares Projekt wird in Frankreich gebaut
Im Laufe der kommenden 30 Jahre soll auf der authentischen Baustelle eine "staufische Höhenburg" mit Bergfried, Wohnhaus, Stallungen, Wirtschaftsgebäude und Kapelle entstehen. Ein vergleichbares Projekt wird derzeit in Guedelon in Burgund in Frankreich verwirklicht. Dort arbeiten seit 1997 an rund 50 Menschen an der Errichtung einer normannischen Burg. Jährlich kommen rund 240.000 Besucher auf die Baustelle.

Mehr Fotos vom Bau der Burg in Guedelon findest du in der Infobox!

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