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21.09.2017 - 14:57
Foto: Public Domain, Wikipedia/ArniEin, krone.at-Grafik

Sonnensteine der Wikinger funktionierten wirklich

14.09.2017, 09:40

So genannte Sonnensteine sollen der Legende nach den Wikingern bei bewölktem Himmel beim wagemutigen Navigieren über die Meere geholfen haben. Jahrhunderte später haben Wissenschaftler nun die urtümliche Methode getestet - und sie für durchaus brauchbar bei der Seenavigation befunden, wie sie in einer Studie berichteten.

Schon vor gut 1000 Jahren legten die Wikinger Tausende Kilometer auf dem Meer zurück, dabei entdeckten sie noch vor Christoph Kolumbus den Kontinent Amerika. Einen Kompass gab es damals noch nicht, die Wikinger richteten sich nach der Sonne. Bei Wolken sollen sie der Überlieferung nach Sonnensteine benutzt haben, um den Stand unseres Zentralgestirns zu ermitteln und die Nordrichtung zu bestimmen.

Bereits 1967 vermutete ein dänischer Archäologe, dass es sich bei dem Stein um einen das Licht auf besondere Art brechenden Kristall gehandelt haben muss - wahrscheinlich Kalzit, Turmalin oder Cordierit. Für ihr Experiment, wie präzise diese Sonnensteine bei der Kursbestimmung auf See tatsächlich sind, nutzten nun Denes Szaz von der Budapester Eötvös- Universität und seine Kollegen alle drei Steine und testeten sie unter 1080 simulierten Wetterbedingungen und Sonnenständen.

Kalzit ziemlich zuverlässiges Werkzeug

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass der Kalzit (auch als Kalk- oder Doppelspat bezeichnet) in der Regel "präziser" arbeitet als die beiden anderen Kristalle. Besonders zuverlässig arbeiteten die Sonnensteine demnach, wenn der Himmel nicht völlig bedeckt war und die Sonne 35 und 40 Grad hoch am Himmel stand. An ihrem Mittagshöchststand oder wenn die Sonne an einem bleiernen Himmel auf- oder unterging, funktionierte die Navigationshilfe hingegen so gut wie gar nicht.

Sie wüssten nun erstmals, wie genau die Methode unter den verschiedenen Wetterbedingungen und Sonnenständen sei, erklärte Szaz im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society A". Als nächsten Schritt wollen die Forscher nun herausfinden, ob die Navigationsfehler so geringfügig waren, dass die Wikinger trotzdem binnen drei bis vier Wochen Grönland oder Nordamerika erreichen konnten.

Redaktion
krone.at
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