Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
27.07.2017 - 00:02
Ein Modell des Minisatelliten "Pegasus"
Foto: © FH Wiener Neustadt

Austro- Minisatellit soll Thermosphäre erforschen

21.01.2015, 15:31
Ab Jänner 2016 soll ein österreichischer Satellit die oberen Schichten der Erdatmosphäre erforschen. Die zehn mal zehn mal 20 Zentimeter kleine, rund zwei Kilo schwere Sonde "Pegasus" ist Teil eines insgesamt 50 Minisatelliten umfassenden Netzwerks im Rahmen eines Projektes namens QB50. Entwicklung und Bau des am Mittwoch in Wien präsentierten Geräts erfolgen in Österreich unter starker Beteiligung von Studenten.

Die 50 Kleinsatelliten des Projekts QB50 sollen im kommenden Jänner mit einer Rakete vom Typ Cyclone- 4 von Brasilien aus der Reihe nach in einer niedrigen Erdumlaufbahn von 350 bis 380 Kilometern Höhe ausgesetzt werden. Dort sollen sie die sogenannte Thermosphäre  erforschen.

Künstlerische Darstellung von "Pegasus" im Erdorbit
Foto: © FH Wiener Neustadt

"Pegasus" ist nicht der erste österreichische Satellit. Im Februar 2013 wurden mit "Tugsat- 1" und "UniBrite" zwei Sonden gestartet , die Sterne erforschen. Sie umkreisen die Erde in rund 800 Kilometer Höhe.

Bislang kaum Satelliten in dieser Höhe

Derzeit ist noch relativ wenig über die Thermosphäre bekannt, die sich von etwa 80 bis 600 Kilometer Höhe erstreckt, erklärte Carsten Scharlemann, Leiter des Masterstudiengangs Aerospace Engineering der Fachhochschule (FH) Wiener Neustadt und "Pegasus"- Projektleiter. Grund dafür sei, dass bisher nur wenige Satelliten in diese Höhe geflogen sind, da die Reibung der Lufthülle dort jede Sonde schon nach wenigen Monaten zum Absturz bringt.

Für die 50 Kleinsatelliten des QB50- Projekts geht Scharlemann von einer Lebenszeit von drei bis neun Monaten aus, "je nachdem, in welche Höhe uns die Rakete tatsächlich bringt". Weil der Austro- Satellit zusätzlich zur Standardausstattung einen an der FH Wiener Neustadt entwickelten, gepulsten Plasmaantrieb an Bord hat, der erstmals im Weltraum getestet wird, hofft Scharlemann auf eine um zehn bis 20 Prozent längere Lebenszeit von "Pegasus".

Thermosphäre beeinflusst das Wetter

Interessant ist die Thermosphäre, weil sie das globale Wetter beeinflusst. Von ihrer Erforschung erwarten sich die Wissenschaftler ein besseres Verständnis der Vorgänge, dadurch längerfristige Wettervorhersagen und auch Erkenntnisse über die Erderwärmung. Das Kleinsatelliten- Netzwerk bietet den Vorteil, gleichzeitig Daten von vielen Messpunkten zu erhalten.

Jeder der 50 Satelliten- Betreiber muss sich für eines von drei Instrumenten entscheiden, mit denen Ionen und Neutralteilchen, atomarer Sauerstoff und Elektronendichte und -temperatur des Plasmas untersucht werden. Auf letztere Aufgabe wird sich das Gerät an Bord von "Pegasus" konzentrieren.

Neben der Forschung hat das QB50- Projekt vor allem das Ziel, Studenten während der Ausbildung die Möglichkeit zu geben, an einem Raumfahrtprojekt von Anfang bis zum Ende mitmachen zu können, betonte Franz Kerschbaum vom Institut für Astrophysik der Universität Wien. "Das ist eine Einstiegsdroge, die man in einem großen Projekt oft nicht hat", so der Astronom, dessen Studenten für die Software des Satelliten zuständig sind.

Zahlreiche Studenten am Projekt beteiligt

Insgesamt sind rund 40 Studenten in das 250.000 bis 400.000 Euro teure - je nachdem, ob nur ein Flugmodell oder wie üblich auch ein zweiter, baugleicher Satellit konstruiert wird - Projekt involviert. QB50 wird zwar von der EU gefördert - die nationalen Gruppen, die die Satelliten bauen, bekommen aus diesem Topf aber kein Geld.

21.01.2015, 15:31
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der #Netiquette# widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum