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Weltcup- Show geht nach Siebers Tod weiter

27.10.2012, 12:39
Der Weltcup-Zirkus trauert um Björn Sieber. "Es ist traurig und relativiert alles", meinte der Salzburger Gesamtweltcup-Sieger Marcel Hirscher nach dem Unfalltod seines 23-jährigen Gefährten. Aber die Show geht weiter, bereits am Samstag waren die Frauen in Sölden dran, am Sonntag sind Siebers Teamkollegen im Riesentorlauf auf dem Rettenbachferner im Einsatz. "Eine Absage wäre ganz sicher nicht in Björns Sinn", meinte auch ÖSV-Verbandsboss Peter Schröcksnadel.

Hannes Reichelt war gemeinsam mit Sieber in einer Trainingsgruppe. "So eine Geschichte mit 23 Jahren, das ist 'zach'. Wir haben mit Björn einen richtig netten Kerl verloren. So etwas relativiert alles. Wenn wir gesund sind, dürfen wir zufrieden sein", meinte der Salzburger. Am Sonntag muss sich Reichelt schon wieder auf seinen Job, das Rennfahren, konzentrieren.

"Sölden ist an sich schon schwierig genug. Irgendwie muss man die Geschichte aber ausblenden und sich aufs Rennen konzentrieren", sagte Reichelt. Die ÖSV- Mannschaft wird im Ötztal mit Trauerflor am Start stehen. "Der Trauerflor soll zeigen, dass wir mit den Gedanken bei Björn und seiner Familie sind", erklärte der Radstädter.

Raich: "Wir fahren für Björn"

Auch für Benjamin Raich war die Nachricht am Freitag "ein Riesenschock". Der Tiroler vertritt so wie die Verbandsspitze die Meinung, dass ein Startverzicht sicher nicht im Sinn von Sieber gewesen wäre. "Ich denke, wir sollten an den Start gehen. Wir werden für Björn fahren und setzen so ein Zeichen für ihn." Im Endeffekt müsse aber jeder selbst entscheiden, ob er den Fokus auf den Wettkampf richten kann.

"Man muss sich aufs Rennen konzentrieren können und voll bei der Sache sein, sonst hat es keinen Sinn", sagte Raich. Sölden, wo es der Pitztaler noch nie aufs Podest geschafft hat, ist für Raich heuer spannender denn je. "Diesmal ist es aufgrund der Materialänderungen eine doppelte Standortbestimmung. Es wird spannend zu sehen, wo man steht. Ich werde versuchen, locker an die Sache heranzugehen und nichts zu erzwingen."

Die Topfavoriten sind auch mit dem neuen Material Ted Ligety (USA) und Hirscher. Die ersten Herausforderer könnten Massimiliano Blardone (ITA), Philipp Schörghofer, Reichelt, Marcel Mathis (alle AUT) und Aksel Lund Svindal (NOR) sein.

27.10.2012, 12:39
AG/red
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