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Warum Silber für Marlies ein Wahnsinn ist

21.02.2014, 19:26
Mit Olympia-Gold wollte Marlies Schild ihre Karriere "perfekt" machen, doch auch die Silbermedaille im Slalom der Olympischen Spielen in Krasnaja Poljana machte die 32-jährige Salzburgerin überglücklich. Es war ihr elftes Edelmetall bei Großereignissen und kam in einer Saison, in der sie sich auch den Rekord an Slalom-Weltcupsiegen geholt hat.

Mit ihren zwei Weltcupsiegen in diesem Winter ist Marlies Schild in die Rekordbücher gefahren. Beim Erfolg in Courchevel zog sie mit der Schweizerin Vreni Schneider gleich, in Lienz kürte sie sich mit 35 ersten Plätzen in dieser Disziplin zur alleinigen Rekordhalterin. Fast zwei Jahre lang hatte sie den Rekord gejagt.

"Silber ist natürlich ein Wahnsinn!"

"Olympia- Gold würde die Karriere perfekt machen, da würde noch einmal ein Traum in Erfüllung gehen. Aber ich hänge mich nicht darauf auf, erzwingen kann man es eh nicht", hatte die Lebensgefährtin von Benjamin Raich vor dem Rennen gesagt. Mit Silber war sie dementsprechend hochzufrieden. "Das kann ich verschmerzen, Silber ist natürlich ein Wahnsinn", meinte sie nach getaner Arbeit. "Ich habe vier olympische Medaillen und habe zusätzlich so viel gewonnen. Ich bin einfach glücklich, eine Medaille zu haben."

Ihren ersten Slalom- Weltcupsieg feierte Marlies Schild am 13. März 2004 in Sestriere. Sie hält bei 37 Weltcuperfolgen (35 Slalom, 1 Riesentorlauf, 1 Kombination) und fünf kleinen Kristallkugeln. Sie eroberte elf Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften von 2003 bis 2014, darunter WM- Gold im Slalom 2011 in Garmisch.

Schild ist eine der größten Skiläuferinnen aller Zeiten - und das, obwohl ihre Laufbahn wegen sechs Knieoperationen mehrmals unterbrochen war und am 9. Oktober 2008 nach einem Trainingsunfall auf dem Söldener Rettenbachferner fast viel zu früh zu Ende gegangen wäre. Nach einem Trümmerbruch und einer Fraktur des Schienbeinkopfes im linken Unterschenkel musste sie monatelang in die Rehabilitation. Kraft gab ihr beim Kampf zurück ihr Partner Raich, mit dem sie sich in Arzl im Pitztal ein Haus gebaut hat.

Eine bittere Erfahrung musste Marlies Schild auch vor der Heim- WM in Schladming machen. Am 20. Dezember 2012 zog sie sich bei ihrem Trainingssturz in Aare (Schweden) einen Riss des Innenbandes im rechten Knie zu. Die Ärzte gingen von einer dreimonatigen Pause aus, nach intensiven Therapie- und Reha- Einheiten stand sie Ende Jänner wieder auf Skiern und gab nur 58 Tage nach dem Unfall bei den Weltmeisterschaften ihr Comeback, sie landete auf Platz neun.

Eltern waren Skilehrer

Die am 31. Mai 1981 in Admont in der Steiermark geborene Skirennläuferin hat die Leidenschaft zum Sport von den Skilehrer- Eltern mitbekommen. Als 14- Jährige stellte ihr der Vater mit Stefan Bürgler einen Privattrainer zur Seite, weil die Tochter aufgrund ihrer vielen Verletzungen "in kein Schema mehr passte". Der langjährige Vertrauenstrainer begleitete Schild auch nach ihrer bisher schwersten Prüfung wieder zurück an die Weltspitze, seit 2002 ist er ÖSV- Trainer.

Der Steckbrief von Marlies Schild (32)

Geboren: 31. Mai 1981 Admont/Steiermark
Wohnort: Saalfelden/Salzburg bzw. Arzl/Tirol
Größe/Gewicht: 1,73 m/65 kg
Familienstand: ledig, Lebensgefährte Benjamin Raich
Verein: SC Dienten am Hochkönig
Hobbys: Klettern, Reiten, Tauchen
Homepage: www.marlies- schild.com
Größte Erfolge:
Olympia (3 Silber/1 Bronze):
Silber: Slalom 2014 Sotschi, Slalom 2010 Vancouver, Kombination 2006 Turin. Bronze: Slalom 2006 Turin
WM (2 Gold/3 Silber/2 Bronze):
Gold: Slalom 2011 Garmisch, Teambewerb 2007 Aare. Silber: Slalom 2003 St. Moritz und 2007 Aare, Teambewerb 2011 Garmisch. Bronze: Kombination 2005 Santa Caterina und 2007 Aare
Weltcup: Slalom- Weltcupsiegerin 2007, 2008, 2011 und 2012
Gesamt- Weltcupzweite 2007, Kombinations- Weltcupsiegerin 2007 Insgesamt 37 Siege (35 Slalom, 1 Riesentorlauf, 1 Super- Kombination)
Sonstiges: Österreichs Sportlerin des Jahres 2012

21.02.2014, 19:26
AG/red
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