Kolumne

Sollen unsere Abfahrer aufs Schwarze Meer?

09.02.2014, 08:50
Ich habe in Nagano meine Wunden geheilt - aber wie vergeht die Zeit in Sotschi? Die deutschen Bobfahrer hatten eine Idee...

Die Spiele haben gerade erst begonnen - für die Abfahrer jedoch dauern sie jetzt bereits eine gefühlte Ewigkeit: Anreise schon am Montag, dann Super- G-Training und drei Trainingsfahrten auf der kräftezehrenden Olympiastrecke, heute das Rennen. Und das war es jetzt bis auf weiteres. Bis zur Superkombi am Freitag und zum Super- G am Sonntag ist es noch eine ganze Weile.

Mit einer Medaille auf dem Nachtkastl stellt die Zeit bis zum nächsten Rennen kein großes Problem dar. Mit diversen Feiern, Medienterminen und dem üblichen Schaulaufen verfliegt die Zeit. Da schwebt man auf einer Welle der Euphorie, geht alles ganz leicht von der Hand. Für den Rest beginnt jetzt - sofern noch ein Einsatz geplant ist - die große Warterei. Und das bedeutet natürlich auch viel Zeit zum Nachdenken.

Da ist immer wieder guter Rat teuer. In meinem Fall verhielt es sich in Nagano 1998 noch etwas anders. Da wurde erst die Abfahrt mehrmals verschoben, hatte ich vor dem Super- G kaum Zeit und mit den Folgen des Sturzes genug zu tun. Und mit einer Goldenen in der Tasche konnte ich dann bis zum Riesentorlauf das olympische Flair ein bisschen genießen.

Fitnesstraining nicht außer Acht lassen

Wie aber schafft man es nun in Sotschi, den Fokus zu behalten und die Freude zu bewahren? Eine Möglichkeit stellt sicherlich dar, den Ort des Geschehens für ein paar Tage zu verlassen, zum Beispiel - wie die deutschen Bobfahrer - einen Ausflug übers Schwarze Meer nach Istanbul zu unternehmen. Wobei man das tägliche Fitnesstraining auch nicht außer Acht lassen darf.

Diejenigen, die erst in der zweiten Olympiawoche an der Reihe sind, haben es jedenfalls vergleichsweise viel einfacher. Für die Technikspezialisten ist das Programm mit Riesentorlauf und Slalom innerhalb von fünf Tagen inklusive Hangbefahren erledigt. Für sie reicht es eigentlich, die Reise nach Sotschi erst am Montag in acht Tagen anzutreten.

Bis dahin können sie sich zuhause im gewohnten Umfeld konsequent auf ihre Rennen vorbereiten und sich in aller Ruhe via Fernsehen auf die bevorstehenden Aufgaben in Russland einstimmen. Ein Riesenvorteil. Bis sie ankommen, hat sich das Drumherum einigermaßen eingespielt, und sie können sich getrost auf ihre Wettkämpfe konzentrieren.

09.02.2014, 08:50
Hermann Maier, Kronen Zeitung
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