Foto: DPA/Daniel Karmann

Skispung- Regulativ nun noch komplizierter

20.11.2013, 15:39
Punkte für die Weite und den Stil, ein Bonus für zu viel Rückenwind, Abzüge für Aufwind und bei Anlaufveränderungen auch noch Kompensationen: Skisprungbewerbe im Weltcup und auch in der Nordischen Kombination werden seit einigen Jahren über ein diffiziles System entschieden, das für Zuschauer vor Ort kaum nachvollziehbar ist. In der nun beginnenden Olympiasaison wird es durch eine weitere Adaption des Regulativs noch einmal um eine Nuance komplizierter.

Ursprünglich wurde die Regel, wonach Nationaltrainer den Anlauf kurzfristig verkürzen können, aus Sicherheitsgründen eingeführt, in der vergangenen Saison wurde sie aber auch zum Taktieren verwendet, denn die Kompensations- Bonuspunkte für geringeren Anlauf brachten mitunter einen Vorteil.

FIS- Präsident Gian- Franco Kasper hatte sich wenig erfreut über diese Entwicklung gezeigt und im Frühjahr eine Änderung der Regeln angekündigt. Herausgekommen ist: Das System wird noch schwerer durchschaubar, denn um das Taktieren zu reduzieren, gibt es nun die Einschränkung, dass ein Skispringer im Falle einer Anlaufverkürzung durch den Trainer mindestens 95 Prozent der Hill- Size - also zum Beispiel 114 Meter bei 120 Metern Hill- Size - erreichen muss, um entsprechende Bonuspunkte zu bekommen. Schafft er dies nicht, entfallen die durch die Verkürzung angefallenen Kompensationspunkte.

Stecher: "Es kennt sich keiner mehr aus"

"Das Skispringen wird momentan einfach zerklaubt. Es kennt sich keiner mehr aus. Leute, die glauben, sie kennen sich aus, müssen neue Regeln machen, sind aber nie in ihrem Leben gesprungen. Wenn du kein Insider bist, verstehst du nichts", kritisierte Stecher. Auch ÖSV- Cheftrainer Alexander Pointner ist nicht angetan vom neuesten "Coup" der FIS. "Ich habe eine ganz klare Meinung. Für mich ist die Entscheidung sicherlich nicht die Beste. Entweder man macht ganze Sachen, oder man macht sie gar nicht", konstatierte Pointner.

Lichtbalken für die Zuschauer vor Ort

Immerhin ist geplant (erstmals in Oberstdorf im Rahmen der Vierschanzentournee), nun auch im Stadion einen sichtbaren Lichtbalken für die Besucher einzublenden und diese damit halbwegs mit den Fans vor den Fernsehgeräten gleichzusetzen. Der Springer und die Fans sollen sehen, wie weit man springen muss, um voranzuliegen. Doch über die technische Durchführbarkeit rund um die Welt herrschen Zweifel. Pointner: "Es wäre ein wichtiges Tool, um den Zuschauer im Stadion wieder zufriedenzustellen."

20.11.2013, 15:39
AG/red
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