Foto: P&G, krone.at-Grafik

Schlierenzauers Mama: "Ich habe Angst um Gregor"

24.11.2013, 06:37
Auch Angelika und Gregor Schlierenzauer machen mit bei der großen Kampagne "Danke Mama" vom weltweiten Olympia-Partner Procter & Gamble. Österreichs Skisprung-Superstar, der sich nach Team-Gold und zweimal Einzel-Bronze bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver 2014 in Sotschi den Traum vom olympischen Einzel-Gold erfüllen möchte, betont im Zusammenhang mit der Initiative: "Meine Mama hat mich von Anfang an und bis jetzt unterstützt. All die kleinen und großen Opfer, die sie und meine ganze Familie gebracht haben, haben mich zu dem Athleten werden lassen, der ich heute bin."

Die "Krone" fragte bei Mama und Sohnemann genauer nach und erfuhr von tränenreichen Abschieden, den Sorgen der Mutter und warum kleine Aufmerksamkeiten der Leitfaden für das Leben der Schlierenzauers sind.

"Krone": Frau Schlierenzauer, wie haben Sie gemerkt, dass Gregor Feuer und Flamme für das Skispringen ist?
Angelika Schlierenzauer: Er hatte schon früh einen großen Bewegungsdrang. Sport war ihm immer sehr wichtig. Wie fast jedem Buben hat ihm auch erst Fußball besonders gut gefallen. Durch einen Freund hat er dann Skispringen ausprobiert. Als er nach dem ersten Training nach Hause kam, sagte er: "Das ist es, Mama." An seinen Augen sah ich, wie sehr ihm das imponiert hat.

"Krone": Wie schwer war es für Sie, als Gregor im Alter von 14 Jahren nach Stams ins Internat ging?
Angelika: Das war natürlich schon ein sehr großer Schritt. Die Abschiede waren oft tränenreich. Aber wir haben gewusst, dass er sich dort sehr wohlfühlt und genau das macht, was ihm am meisten Spaß bereitet. Und die gemeinsamen Wochenenden waren dafür dann immer besonders schön und intensiv.

"Krone": Und wie war diese erste Trennung von der Familie für dich, Gregor?
Gregor: Auch wenn es nur 40 Autominuten waren, hatte ich am Anfang schon ziemlich Heimweh. Aber ich fand es auch bald supertoll, in Stams professionell trainieren zu können. Wir hatten da eine super Truppe. Diese Zeit war für mich sehr wertvoll und hat mich sicher für mein Leben geprägt.

"Krone": Wie sehr hast du die gemeinsamen Wochenenden mit der Familie genossen?
Gregor: Ich bin im "Hotel Mama" sehr verwöhnt worden. Es gab immer tolles Essen. Viele Sachen kann so nur meine Mama kochen. Mein Favorit ist ganz klar ihre Lasagne. Da geht lange nix drüber. Und dabei hatte ich mit meinen Eltern und meinen Geschwistern Gloria und Lukas immer sehr gute Gespräche.

"Krone": Konnten Sie, Frau Schlierenzauer, dabei immer die Probleme und Bedürfnisse von Gregor herauslesen?
Angelika: Wir haben es probiert. Zugute ist uns dabei sicher gekommen, dass mein Mann und ich auch schon immer sehr sportbegeistert waren. Und durch meinen Bruder (Anmerkung: Markus Prock, seit vielen Jahren Gregors Manager), der im Rodeln große Erfolge hatte, kannten wir natürlich viele Situationen, die Sportler beschäftigen. So waren wir ganz gut aufgestellt, hatten immer ein offenes Ohr für seine Probleme und versuchten gute Tipps zu geben.

"Krone": Wie viel Angst und Sorge ist bei Ihnen noch heute dabei, wenn sich Ihr Sohn die Schanzen dieser Welt hinunterstürzt?
Angelika: Jeder Sprung raubt mir nach wie vor den Atem. Das liegt aber an der Sportart. Beim Springen vertraue ich Gregor zu 100 Prozent. Da weiß ich, dass er das perfekt kann. Ich habe aber Angst um Gregor bei schwierigen Wind- und Wetterverhältnissen. Auch die Reisen zu den Wettkämpfen bereiten mir Sorgen. Da bin ich immer sehr froh, wenn er gut ankommt und gesund wieder nach Hause zurückkehrt.

"Krone": Wie sehr beunruhigt Sie der Trubel, der um Ihren Sohn bei fast allen Terminen herrscht?
Angelika: Das war am Anfang schon sehr ungewohnt. Aber man wächst in alles langsam rein. Ich habe ihm gesagt, dass er sich von den vielen Menschen nicht stören lassen, immer bei sich bleiben und nicht verstellen soll.

"Krone": Auf was haben Sie und Ihr Mann in diesem Zusammenhang in der Erziehung geachtet?
Angelika: Uns waren immer Kleinigkeiten wichtig. "Bitte" und "danke" sagen, die Leute grüßen, Augenkontakt bei Gesprächen, zuhören können.

"Krone": Wie dankbar bist du für diese Erziehung, Gregor?
Gregor: Sehr, sie hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.

"Krone": Wie zeigst du deine Dankbarkeit im Alltag?
Gregor: Durch viele Kleinigkeiten. Eine kleine Umarmung kann für viele Menschen schon ein ganz großes Dankeschön sein.

"Krone": Über welche Aufmerksamkeiten, Frau Schlierenzauer, haben Sie sich in Gregors Kindheit besonders gefreut?
Angelika: Zum Muttertag ist er immer rausgegangen und hat mir einen Blumenstrauß gepflückt. Vor allem mit Vergissmeinnicht, meiner Lieblingsblume. Aber auch Zeichnungen, etwas Gebasteltes oder ein gebackener Kuchen haben mich immer sehr gefreut. Blumen bekomme ich noch heute häufig von ihm – nach jedem Erfolg den Siegerstrauß.
Gregor: (lacht) Die schönen Blumen sind für mich daher sehr viel wichtiger als die Pokale.

"Krone": Der Werbespot der Kampagne , den im Internet auf YouTube schon weit über 200.000 Menschen gesehen haben, zeigt dich und deine Mama in sehr vertrauten Situationen. War es schwer, so viel Intimsphäre preiszugeben?
Gregor: Ich finde es gar nicht so intim. Der Spot ist einfach sehr authentisch geworden.

24.11.2013, 06:37
Matthias Mödl, Kronen Zeitung
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