Foto: ÖSV/Markus Aichner

Reichelt: "Überglücklich, dass ich aufstehen kann"

17.07.2014, 09:15
Ein halbes Jahr nach seiner Heldentat in Kitz, wo er trotz Bandscheibenvorfalls gewann, kehrte Hannes Reichelt auf die Streif zurück.

Einen Termin seines Kopfsponsors Spar in Kitzbühel nützte Reichelt  gleich für einen sommerlichen Ausflug auf den Hahnenkamm. Sentimentale Momente. Voller Emotionen. Vor allem im Zielhang der berühmten Streif. Wo er vor einem halben Jahr eine Heldentat vollendete, die selbst in der langen Geschichte des Klassikers einzigartig ist: Als er trotz eines akuten und zwei Tage später diagnostizierten Bandscheibenvorfalls in der schwersten Abfahrt der Welt triumphierte.

Schmerzen sind weg

Wie damals ging er im Ziel in die Hocke. "Und ich bin überglücklich, dass ich jetzt wieder von alleine hochkomme, dass ich wieder aufstehen kann. Das war damals unmöglich." Voller Schmerzen hockte er deshalb an der Zielbande. An Jubel, an Freudensprünge war nicht einmal zu denken.

Die Probleme hatten aber bereits im vergangenen September begonnen. Das Trainingslager in Argentinien musste er deshalb abbrechen. "An manchen Tagen schmerzte der Rücken so, dass ich ging, wie ein alter Mann – aber jetzt fühle ich mich wieder wie ein 22- oder 23- Jähriger!" Worte, die den Triumph auf der Kitzbüheler Streif nur noch beeindruckender machen.

"Menschen gratulieren immer noch"

"Wenn ich hier durch die Straßen gehe", erzählt der 34- Jährige, "gratulieren mir immer noch Menschen – da wird mir dann erst wieder richtig bewusst, welche Bedeutung dieser Sieg hatte." Umso motivierter geht er in die Vorbereitung auf die kommende WM- Saison. Mitte August fliegt er nach Chile ins Abfahrts- Trainingslager, dann direkt weiter nach Argentinien in jenes der Riesentorläufer. Und im Jänner will er neben zahlreichen anderen Zielen den Kitz- Triumph wiederholen. Diesmal ohne Schmerzen.

17.07.2014, 09:15
Peter Frauneder, Kronen Zeitung
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