Foto: Christof Birbaumer

ÖSV- Chefcoach mahnt: "Endlich zu Problemen stehen"

14.01.2015, 21:21
Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher spricht im Interview Klartext: Er verweist auf diverse Fehler, stellt das System infrage – und will Athleten aus ihren Komfortzonen holen.

Mit der Lauberhorn- Abfahrt am Samstag beginnt auch der Endspurt um die WM- Tickets. Obwohl in 17 Herren- Rennen nur drei Läufer aufs Podest fuhren, sind diese in den Speed- Disziplinen heiß umkämpft. Ganz im Gegensatz zu den technischen, wo Startplätze geradezu verschenkt werden. Herren- Chef Andreas Puelacher , 50, spricht deshalb im "Krone"- Interview Klartext.

"Krone": Herr Puelacher, obwohl in den Speed- Disziplinen bisher nur Hannes Reichelt  und Matthias Mayer  Podestplätze haben, zeichnet sich vor den letzten beiden Abfahrten und dem letzten Super- G vor der WM ein harter Kampf um die Tickets ab?
Andreas Puelacher: Sieht so aus! Aber was würde ich mit neun Abfahrern bei der WM machen? Leicht möglich, dass da der eine oder andere komplett über die Klinge springt!

"Krone": Für Routinier Klaus Kröll  etwa sieht es nicht rosig aus.
Puelacher: Abwarten, es gibt ja noch zwei Abfahrten!

"Krone": Dafür werden in den technischen Disziplinen die WM- Tickets geradezu verschenkt: Im Riesentorlauf haben nur Marcel Hirscher  und Benni Raich  Top- 10- Plätze, im Slalom überhaupt nur Hirscher – bei anderen Nationen würde da sonst keiner die Qualifikationskriterien erfüllen
Puelacher: Bei uns gibt es die aber nicht. Und was hätten wir davon, wenn wir Startplätze freilassen würden? Nichts! Aber es stimmt natürlich, dass da einiges nicht passt. Und wir müssen endlich zu diesen Problemen stehen. Schönreden bringt uns sicher nicht weiter!

"Krone": Aber wie ist das möglich, dass eine Ski- Nation wie Österreich so gut wie keine Slalomläufer zwischen 20 und 27 Jahren hat, die auch nur in die Top 30 fahren können?
Puelacher: Ich wusste bei meiner Amtsübernahme, dass da einiges auf mich zukommt. Und ich will da auf keinen draufhauen, weil das nichts bringen würde: Aber man hat diverse Fehler gemacht! Es stellt sich auch die Frage: Ist unser System falsch? Ich fordere jedenfalls auch von den Landesverbänden mit aller Deutlichkeit mehr Initiative und Innovation. Und wir haben auch schon jetzt gewisse Dinge geändert.

"Krone": Etwa?
Puelacher: Dass man auch etwa bestimmte Riesentorlauf- Punkte braucht, um in die Speed- Kader zu kommen, oder dass wir einen Nachwuchs- Koordinator haben. Und ich denke auch, dass man gewisse Athleten dringend aus ihren Komfortzonen rausholen muss.

14.01.2015, 21:21
Peter Frauneder, Kronen Zeitung
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