Foto: APA/EPA/HANS KLAUS TECHT, ROBERT PARIGGER

Mario Matt: Das Ende einer goldenen Ära

10.03.2015, 16:49
Slalom-Superstar Mario Matt beendet am Donnerstag seine Karriere, die auch Stoff für Bücher liefern würde.

Sehr gemütliche Runde in der Lobby des Österreicher- Hotels "The Charter": Benni Raich  ist da. Reini Herbst , kurz davor bester Österreicher im WM- Slalom. Und Mario Matt . Der Olympiasieger erzählt, dass er mit Freundin Andrea jetzt zu einer großen Pferdeschau nach Arizona fliegen werde. Auf die Frage, ob er denn im nächsten Slalom in Kranjska Gora starten würde, antwortet er in seiner typischen, knappen wie charismatischen Art: "Keine Ahnung!"

Bereits damals berichtet die "Krone", dass man den bald 36- Jährigen wahrscheinlich nie wieder am Start eines Rennens sehen werde. Und bereits am Donnerstag dürfte eine der schillerndsten, erfolgreichsten und wundersamsten Karrieren der österreichischen Sportgeschichte zu Ende gehen.

Auch Schröcksnadel dabei

Donnerstag um 12 Uhr Mittag, zu High Noon also, bittet der Besitzer einer Araberzucht gemeinsam mit Ski- Präsident Peter Schröcksnadel  zur Pressekonferenz. Nicht in Kranjska Gora nahe der Kärntner Grenze, wo am Sonntag der vorletzte Saisonslalom gefahren wird. Sondern Hunderte Kilometer entfernt im Karl- Schranz- Zielstadion von St. Anton. Dort, wo der blutjunge Mario vor über 14 Jahren erstmals Weltmeister wurde und nur wenige Fahrminuten von seinem Heimatort Flirsch entfernt.

Auch wegen der Wahl der Örtlichkeit wäre alles andere als die Rücktritts- Erklärung eine Überraschung. Womit am 12. März eine goldene Ära zu Ende geht. Aber Mario, das war, abgesehen von drei Slalom- Goldenen, einem Team- WM- Titel oder 15 Weltcupsiegen, eine Karriere, die Stoff für Bücher liefern würde.

Geborgter Ski, zerstörte Schulter, Olympia- Tourist

Mit geborgtem Ski fast das zweite Weltcuprennen gewonnen, mit Nummer 47 das dritte wirklich, mit am Start komplett zerstörter Schulter in Kitz einen Slalomlauf gefahren, 2007 mit akutem Bandscheibenvorfall wieder Weltmeister, 2010 zu den Winterspielen in Vancouver als Tourist geflogen - nur für den Fall, dass sich einer seiner Teamkollegen verletzt. Vier Jahre später Olympiasieger.

Wer die Ehre hatte, diese Karriere von Anfang an mitzuerleben, dem bleibt nur eines: Danke, Mario - es waren unvergessliche Stunden!

10.03.2015, 16:49
Peter Frauneder, Kronen Zeitung
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