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Cuche kostet Streit mit FIS- Chef Hujara Geld und Nerven

12.03.2011, 17:39
5.000 Franken (3.893 Euro) Geldstrafe und eine schriftliche Verwarnung hat sich Skirennläufer Didier Cuche im Zuge seiner Forderung eingehandelt, auf der Olympia-Piste von 1994 in Kvitfjell nach dem einzigen Training einen Sprung für die Weltcup-Rennen zu entschärfen. Die Rennjury sprach die Sanktionen nicht wegen des Inhalts des Einwands aus, sondern, wie von der FIS hieß, wegen der Art und Weise, wie der Schweizer bei FIS-Renndirektor Günter Hujara vorstellig geworden war.

Cuche habe sich in der Wortwahl vergriffen. "Wenn du den Sprung nicht abtragen lässt, und irgendetwas passiert an dieser Stelle, werde ich nicht zögern, dich in der Öffentlichkeit zu attackieren", lautete gemäß Hujara die Aussage von Cuche. Eine Drohung, die im schlimmsten Fall ein gerichtliches Nachspiel hätte haben können.

Am Samstag versuchte Cuche, seine Aussage zu relativieren. Als Mitglied des "Speed- Fahrer- Komitees" müsse er sich mit der Sicherheit beschäftigen. "Das ist meine Einstellung und meine Aufgabe. Ich habe Günter nur gesagt, dass ich mir Sorgen mache, dass wir Fahrer bei besagtem Sprung zu weit fliegen würden, und er veranlassen solle, Korrekturen vorzunehmen." Das geschah dann auch. Nach der Besichtigung vor der ersten Abfahrt am Freitag wurden an der kritischen Stelle fünf Zentimeter Schnee abgetragen.

Kommunikationsproblem?

"Offenbar haben wir uns falsch verstanden", führte Cuche weiter aus. "Wenn dem so ist, dann tut es mir leid und entschuldige ich mich für den Riesenrummel, der wegen einer so kleinen Sache entstanden ist. Die Konsequenzen werde ich schlucken müssen. Ich werde auch aus dieser Athleten- Kommission zurücktreten." Im Nachhinein sei er enttäuscht von sich selber. "Ich hätte mich besser nicht um die Sache im Sinne der Sicherheit kümmern sollen. Dafür, dass ich mich eingesetzt habe, bin ich jetzt das einzige A... am Berg."

Cuche wirkte am Samstag aufgewühlt, unruhig. Seine Verfassung nahm Einfluss auf die Leistung in der zweiten Abfahrt. "Links und rechts von mir gab es heftige Diskussionen. Das hat mich Nerven gekostet." Die Geschehnisse rund um seine Kritik würden ihn mehr schmerzen als die verloren gegangene Führung in der Abfahrts- Wertung an den Salzburger Michael Walchhofer. "Es geht um mein Image und meinen Ruf. Es kann nicht sein, dass ich mich die ganze Saison über für die Sicherheit einsetze und dann ein solcher Rummel veranstaltet wird."

Hujara lenkt inzwischen ein

Auch Hujara lenkte ein. "Für mich ist das Ganze nicht ein so großes Dilemma, wie es jetzt ausschaut." Er werde Cuche und seine Meinung immer ernst nehmen. "Das positive Bild des Didier Cuche leidet unter dieser Affäre in keiner Weise." Die Angelegenheit könnte indessen auf sportlicher Seite Folgen haben und den Neuenburger die vierte kleine Kristallkugel für den Abfahrts- Weltcup kosten. Denn nun ist Walchhofer für das Finale auf der Lenzerheide in Pole Position.

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