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Bei Vonn ist an Skifahren derzeit nicht zu denken

05.01.2014, 12:09
Ob Ski-Olympiasiegerin Lindsey Vonn in diesem Winter auf die Rennpisten zurückkehren kann, ist nach wie vor fraglich. Die Amerikanerin therapiert derzeit in den USA ihr nach einem neuerlichen Kreuzbandriss angeschwollenes Knie. "An Skifahren ist derzeit aber nicht zu denken", bestätigte US-Damenchef Alexander Hödlmoser in Bormio.

Ob Vonn trotz ihrer schweren Verletzung im Februar zur Titelverteidigung bei den Olympischen Spielen in Sotschi antreten kann, bleibt also offen. Zwar hat die 29- jährige US- Amerikanerin gerade gemeinsam mit ihren Fans das Design für den Olympia- Helm (Schneeleopard) abgeschlossen, sie selbst muss ihre Ski derzeit aber im Eck stehen lassen.

Auf Operation verzichtet

Die vierfache Weltcup- Gesamtsiegerin Vonn hatte sich im Februar 2013 bei der Schladming- WM schwerste Verletzungen im rechten Knie zugezogen, neun Monate später war bei einem Trainingssturz im November in Copper Mountain das Kreuzband neuerlich gerissen. Ursprünglich war nur von einem Teilabriss die Rede gewesen. Deshalb hatte Vonn auf eine sofortige Operation verzichtet und stattdessen relativ bald das Training wieder aufgenommen.

Schon im Dezember bestritt sie dann die Weltcup- Rennen in Lake Louise. Die Abfahrt von Val d'Isere hatte Vonn dann aber abbrechen müssen, weil das verletzte Knie keinen Halt mehr geboten hatte. Dort war dann auch offiziell bekannt geworden, dass das Kreuzband komplett gerissen ist. Seitdem verzichtet die aktuelle Lebensgefährtin von Golf- Superstar Tiger Woods auf Rennstarts und versucht in den USA durch Therapie fit zu werden für Olympia.

Die Zeit drängt

Ob es sich ausgeht, ist doppelt fraglich. Einerseits drängt die Zeit, denn in einem Monat steigt das erste Abfahrtstraining in Sotschi. Zweitens ist die Verletzung so schwer, dass sie eigentlich operiert gehört.

"Lindsey versucht daher derzeit über Muskelaufbau Stabilität ins Knie zu bekommen", erklärte US- Alpinchef Patrick Riml am Rande des Slaloms in Bormio. "Gott sei Dank ist der Meniskus okay", strich der Österreicher das Positive hervor.

Riml macht mittlerweile aber kein Geheimnis mehr aus seiner Verwunderung über die seinerzeit nur auf "Teilabriss" gelautete Diagnose. Wäre gleich die ganze Schwere der Verletzung klar gewesen, hätte man den Winter ganz anders planen können.

Nun "ohne" Kreuzband an den Start eines Rennens zu gehen, sei durchaus auch mit Risiken verbunden. "Man muss ja auch langfristig denken. Wenn man mit einem gerissenen Kreuzband stürzt, kann das auch weitreichende Folgen haben", warnte Riml. "Eine junge Athletin hätten wir jedenfalls sofort raus genommen."

Bei Vonn steht aber Olympia auf dem Spiel. Für eine Athletin vom Kaliber einer 59- fachen Weltcupsiegerin ist das Dabeisein alleine schon aufgrund der bestehenden Werbeverträge ein nahezu unverzichtbares Ereignis.

"Abfahrt in Sotschi ist genau Ihres"

Viel Zeit hat Vonn nicht mehr. Mittlerweile ist auch der angepeilte Start Mitte Jänner in Cortina d'Ampezzo realistisch kein Thema mehr. Es sei aber vorstellbar, dass Vonn auch ohne ein weiteres Vorbereitungs- Rennen bei Olympia an den Abfahrtsstart gehe, betonte Riml. "Die Abfahrt in Sotschi ist ja nicht so schwierig. Die ist genau Ihres."

Ganz alleine wird Vonn und ihr Arzt aber nicht entscheiden können, ob sie in Sotschi an den Start gehen kann. Selbst ein Superstar wie sie muss bestimmte Testbatterien bestehen, um als "fit" zu gelten. "Es hängt alles davon ab, wie sich das Knie entwickelt. Geht es, dann wird sie starten. Wenn nicht, dann eben nicht", sagte Hödlmoser.

05.01.2014, 12:09
AG/red
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