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Bardal gewinnt Wind- und Regen- Farce in Zakopane

19.01.2014, 17:17
Wind, Regen, eine teilweise viel zu langsame Spur und zwei Topspringer, die bei gefährlichen Bedingungen nicht das Finale erreicht hätten: Die Weltcup-Konkurrenz der Skispringer in Zakopane ist am Sonntag nach nur einem Sprung gewertet worden. Anders Bardal gewann den unter äußerst widrigen Bedingungen durchgepeitschten Bewerb vor Peter Prevc (SLO) und dem Deutschen Richard Freitag.

Bester Österreicher wurde Michael Hayböck als Siebenter, doch die Schlagzeilen gehörten an diesem Tag zwei Jungstars, die zu Pechvögeln wurden: Tourneesieger Thomas Diethart und Andreas Wellinger (GER) durften wegen einer durch plötzlichen starken Regen zu nassen Spur ein zweites Mal springen. Doch just zum Zeitpunkt der Sprungwiederholung hatte der Regen neuerlich die Anlaufspur so verlangsamt, dass beide Springer als 43. bzw. 50. den zweiten Durchgang verpassten. Sie waren mit im Schnitt etwa zwei km/h weniger Geschwindigkeit auf verlorenem Posten.

"Man hat beide Athleten vorgeführt, die Jury hat zweimal die Gefahr herausgefordert", meinte ein "zutiefst enttäuschter" ÖSV- Cheftrainer Alex Pointner am Abend. Er sei gerade erst vor rund einer Woche in der Intensivstation bei Thomas Morgenstern gewesen und man habe gesehen, wie gefährlich Skispringen sein kann. Spätestens nach dem zweiten Sprung Dietharts hätte die Jury nach Meinung Pointners den Bewerb abbrechen und annullieren müssen.

Diethart musste viermal vom "Zitterbalken" in Warteposition
Besonders für Diethart, der insgesamt viermal vom "Zitterbalken" wieder zurück in die Warteposition musste, wurde der Weltcupbewerb zur nervlichen Zerreißprobe. Der Tourneesieger landete im ersten Versuch bei 113,5 Metern, rund eine halbe Stunde später im zweiten Versuch bei noch schlechteren Bedingungen gar nur bei 107 Metern. Wellinger, immerhin am Donnerstag erstmals Weltcupsieger in Wisla, wurde mit 86 Metern gar nur 50. "Dass man einen Springer so in die Hölle schickt", echauffierte sich Pointner.

Der ÖSV- Cheftrainer erhielt diesmal auch lautstarke Unterstützung von einem anderen Österreicher, dem deutschen Cheftrainer Werner Schuster. "Gegenüber diesen zwei Topspringern war es höchst unfair. Sie wurden hier vorgeführt", übte Schuster heftige Kritik an der Jury. "Sie hatten eine nasse Anlaufspur und damit einen irrsinnigen Nachteil. Das war gefährlich", polterte er.

Große Emotionen am Schanzentisch

Pointner reichte in der Folge "wegen Aquaplanings und äußerst gefährlichen Verhältnissen" auch einen Protest gegen die Wertung des Bewerbs ein, der von der Jury umgehend abgelehnt wurde. "Im Gegenteil. Ich bin dann auch noch höchst provoziert worden", so Pointner, der aber keine Namen nennen wollte. Ähnlich wie zu Saisonbeginn, als Bardal und Gregor Schlierenzauer in Klingenthal nicht zu ihrem Sprung angetreten waren, gab es große Emotionen am Schanzentisch.

Das Ergebnis:

Rang Name Nation Weite Punkte
1 BARDAL Anders NOR 131.5 127.0
2 PREVC Peter SLO 124.5 124.7
3 FREITAG Richard GER 129.0 122.1
4 KRAUS Marinus GER 130.0 121.4
5 MAKSIMOCHKIN Mikhail RUS 130.5 119.8
6 FREUND Severin GER 124.0 117.0
7 HAYBOECK Michael AUT 122.5 116.7
8 NAGLIC Tomaz SLO 128.0 116.3
9 KOIVURANTA Anssi FIN 125.5 116.2
10 KOT Maciej POL 126.5 115.7
10 KOFLER Andreas AUT 131.0 115.7
12 SCHLIERENZAUER Gregor AUT 118.5 115.0
13 MURANKA Klemens POL 117.5 112.5
14 JANDA Jakub CZE 125.5 111.8
15 BIEGUN Krzysztof POL 126.5 109.9
16 LOITZL Wolfgang AUT 120.0 109.2
17 STOCH Kamil POL 126.5 108.2
18 LAMY CHAPPUIS Ronan FRA 127.0 107.7
19 ZYLA Piotr POL 118.5 106.9
20 MATURA Jan CZE 117.0 106.8
21 ZIOBRO Jan POL 119.0 106.7
22 VELTA Rune NOR 120.0 106.1
22 KRAFT Stefan AUT 119.5 106.1
24 HAJEK Antonin CZE 118.0 105.1
25 TEPES Jurij SLO 117.0 103.3
26 BRESADOLA Davide ITA 116.5 102.2
27 POPPINGER Manuel AUT 115.5 100.1
28 FANNEMEL Anders NOR 116.5 98.0
29 JACOBSEN Anders NOR 114.0 96.4
30 HVALA Jaka SLO 113.0 95.9

19.01.2014, 17:17
AG/red
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