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26.09.2016 - 17:38
Foto: APA/AFP/PHILIPPE HUGUEN, ADEK BERRY/AFP/picturedesk.com

"Wirtschaftlich macht Brexit keinen Unterschied"

30.06.2016, 18:14

Schickt ein EU- Austritt Großbritannien auf eine wirtschaftliche Talfahrt? Nachdem das britische Pfund nach dem Referendum einen massiven Einbruch erlitten hatte, sagten viele den Briten ein ökonomisches Desaster voraus. Doch Jürgen Krönig, Korrespondent für "Die Zeit", ARD und BBC, der seit vielen Jahren in London lebt, sieht das anders: "Ökonomisch wird der Austritt keinen gravierenden Unterschied machen, wenn alle beteiligten politischen Akteure Vernunft walten lassen." Die Angst vor Einwanderung und vor dem Islam  dürfte allerdings weiter wachsen, so Krönig.

"Großbritannien wächst derzeit jedes Jahr um eine Großstadt mit rund 500.000 Einwohnern. Das ist auf Dauer nicht tragbar", so Krönig im Gespräch mit der Online- Ausgabe der Schweizer Tageszeitung "20 Minuten". Seiner Auffassung nach habe die EU durchaus Mitschuld am Brexit- Votum: "Ohne Angela Merkels unüberlegte Flüchtlings- Willkommensstrategie vom Sommer des letzten Jahres wäre das Brexit- Referendum anders ausgegangen. Denn diese Strategie läutete de facto nicht nur das Ende des Schengen- Abkommens ein."

Die Briten seien besonders von der vermehrten Zuwanderung aus islamischen Ländern betroffen gewesen, auch wenn sie nicht Teil des Schengen- Abkommens seien, meint der Korrespondent: "Ohne Merkels Entscheidung hätte das Thema Einwanderung aber kaum das Gewicht erhalten, das es in der Brexit- Debatte dann hatte. Insofern ist Merkel eine der Ursachen für die knappe britische Mehrheit gegen die EU- Mitgliedschaft."

Foto: APA/AFP/ODD ANDERSEN, thinkstockphotos.de

Briten bestrafen? "Eine fatale Entscheidung"

Die Strategie der EU, Großbritannien jetzt für das Referendum quasi "zu bestrafen", hält Krönig für "eine fatale Entscheidung". "Demokratie entwickelte sich im Nationalstaat und kann leider nur im Nationalstaat richtig funktionieren. Sonst hätten wir nicht das permanente demokratische Defizit in der EU."

Man habe versucht, dieses Defizit durch die Schaffung des Europaparlaments auszugleichen, "in Wirklichkeit aber ist dieses Parlament eine halb verfehlte Institution, weil es eben nicht die europäische Nation gibt, sondern nur nationale Wählerschaften. Das gilt generell für die Fehleinschätzung Europas und muss einmal gesagt werden."

Foto: ASSOCIATED PRESS

EU muss Entscheidung akzeptieren

Die EU müsse die Entscheidung Großbritanniens akzeptieren, meint Krönig: "Mehrheit ist Mehrheit. Man sollte nicht anfangen, das Ergebnis zu zerpflücken." Dennoch sei manchen Briten nicht ganz wohl bei der Sache: "Es gibt aber tatsächlich Leute, die für den Brexit gestimmt haben und die sich jetzt fragen: 'Was haben wir getan? Haben wir das wirklich gewollt?'"

30.06.2016, 18:14
mbr,krone.at
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