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23.08.2017 - 20:43
Foto: privat

USA: Polizisten erschießen schwangere Frau

20.06.2017, 08:57

Sie hat die Polizei wegen eines Einbruchs zu Hilfe gerufen - doch die vermeintlichen Helfer haben die 30- jährige, schwangere Charleena Lyles bei dem Einsatz am Sonntagmorgen erschossen. Der tragische Tod der dreifachen Mutter aus Seattle im US- Bundesstaat Washington fachte nun in den Vereinigten Staaten die Debatte über Polizeigewalt gegen Schwarzafrikaner neu an.

Die schwangere Farbige rief nach einem Einbruchsversuch in ihre Wohnung im vierten Stock die Polizei. Als zwei weiße Beamte am Tatort eintrafen, sahen sie die 30- Jährige, die in der Hand ein Messer hielt. "Beide Beamten feuerten ihre Dienstwaffe ab und trafen die Frau", berichtete die Polizei. Die dreifache Mutter wurde erschossen, während sich ihre Kinder in der Wohnung befanden. Die zwei Buben (11 und 1) und das Mädchen (4) wurden nicht verletzt und befinden sich derzeit in der Obhut von Charleenas Familie.

Die Frau war laut Angaben der Familie im dritten Monat schwanger gewesen. Die beiden Beamten, die die tödlichen Schüsse abgaben, wurden vom Dienst suspendiert. Der Bürgermeister von Seattle, Ed Murray, bezeichnete den Vorfall als "Tragödie für alle Beteiligten" und versprach, dass es Untersuchungen zu dem Einsatz geben wird.


Familie: "Warum haben sie keinen Taser verwendet?"
Die Familie ist laut "Seattle Times" ratlos, warum die Polizei keine anderen Maßnahmen ergriffen hat, um die zierliche Frau zu überwältigen. Die Angehörigen sind überzeugt, dass die Hautfarbe ausschlaggebend für das hohe Maß an Gewalt gewesen sei. "Warum haben sie keinen Taser verwendet? Sie hätten sie damit überwältigen können. Ich hätte sie überwältigen können", klagte Monika Williams, die Schwester des Opfers. Die Behörden bestätigten, dass die Polizisten dementsprechend ausgerüstet gewesen waren. Charleenas Bruder Domico Jones betonte: "Sie war keine Person, vor der man sich gefürchtet oder von der man sich eingeschüchtert gefühlt hat."

Tante Laurie Davis und Schwester Monika trauern um Charleena.
Foto: AP
Foto: AP

Frau litt an psychischen Problemen

Die Schwester berichtete, dass Charleena unter psychischen Problemen gelitten habe. Sie habe rund um die Uhr ihre vierjährige Tochter mit Down- Syndrom betreuen müssen. Schon Anfang Juni soll es laut Williams einen Zwischenfall mit der Exekutive gegeben haben: Das spätere Opfer habe sich zum Schutz gegen ihren Freund bewaffnet und sei verhaftet worden. Die Polizei bestätigte, dass die dreifache Mutter mit einer Schere aufgegriffen wurde.

Nachbarn organisierten eine Totenwache vor dem Wohngebäude, in dem Charleena erschossen wurde.
Foto: AP

Proteste gegen Polizeigewalt

Nach dem nunmehrigen tödlichen Einsatz gab es in Seattle und anderen US- Städten Demonstrationen, um auf die Polizeigewalt gegen Schwarze aufmerksam zu machen. In New York etwa demonstrierten Menschen mit "Black lifes matters"- Plakaten.

Redakteurin
Miriam Krammer
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