US- Bundesstaat: 8 Hinrichtungen in nur 10 Tagen

20.03.2017, 12:35
"Todeskammer" eines US-Staatsgefängnisses (Symbolbild)
Foto: APA/dpa/Jörg Dettmer

Der US- Bundesstaat Arkansas könnte zwischen dem 17. und 27. April einen makabren Rekord aufstellen: Gleich acht Häftlinge sollen binnen zehn Tagen hingerichtet werden. Der Grund: Das Haltbarkeitsdatum des Todesgifts läuft ab. Konkret geht es um Midazolam, einen der drei Bestandteile des Todescocktails. Die Bestände sind nur noch bis Ende April haltbar.

Deshalb sollen Bruce Ward, Marcel Williams, Jason McGehee, Kenneth Williams, Stacey Johnson, Ledell Lee, Don Davis und Jack Jones rasch sterben. Die Gefängnisverwaltung gab gegenüber mehreren US- Medien zu, dass ihre Vorräte von Kaliumchlorid alt sind. Kaliumchlorid ist ein weiterer Bestandteil des Todescocktails. Es soll am Ende der veranschlagten, knapp sieben Minuten langen Prozedur zum Herzstillstand des Verurteilten führen. Das Mittel wird auch zum Einschläfern von Tieren benutzt.

Todeskandidat sitzt seit 26 Jahren im Gefängnis

Bei den betroffenen Todeskandidaten handelt es sich um acht Mörder, die bereits in den 90er- Jahren verurteilt wurden und nur durch Einsprüche und Berufungen ihrer Anwälte vor Gericht ihre Hinrichtung verhindern konnten. Am längsten sitzt dabei Bruce Earl Ward mit fast 26 Jahren in der Todeszelle. Erst vergangene Woche war im US- Bundesstaat Texas nach mehr als 25 Jahren im Todestrakt ein Doppelmörder hingerichtet worden. Der 61- Jährige wurde mit einer Giftspritze getötet.

Die Giftinjektion bei Clayton Lockett am 29. April 2014 endete in einem Fiasko.
Foto: EPA, APA/EPA/Oklahoma Department of Corrections

Arkansas: Seit 2005 keine Hinrichtungen mehr

In Arkansas war 1976 die Todesstrafe wieder eingeführt worden, doch seit 2005 gab es keine Hinrichtungen mehr. 34 Männer sitzen derzeit in der Todeszelle. Zuletzt hatte 2014 der grausame Tod von Clayton Lockett in Oklahoma für weltweite Empörung gesorgt. Er bekam Midazolam und es dauerte 43 Minuten, bis er starb. In der EU besteht mittlerweile seit 2011 ein Exportverbot für Produkte, die für Hinrichtungen benutzt werden können - ein Grund, warum sich einzelne US- Bundesstaaten die Giftbestandteile mittlerweile angeblich auf dem illegalen Markt besorgen.

Hinrichtung per Giftspritze endet meist qualvoll

Nach dem qualvollen Todeskampf von Clayton Lockett hatte Oklahoma einen Aufschub für die Vollstreckung von Todesurteilen verhängt. Die Anwälte der betroffenen Todeskandidaten in Arkansas wollen aufgrund dieser Panne die Hinrichtung ihrer Klienten mit allen Mitteln vor Gericht verhindern. "Diese Hektik erhöht das Risiko, dass erneut etwas schiefgeht", sagten zwei Anwälte, die die insgesamt drei der acht Verurteilten vertreten, gegenüber US- Medien.

Kronen Zeitung/krone.at