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27.09.2016 - 02:11
Foto: dapd/Ronny Hartmann

Türkei: Lehrer zu 508 Jahren Haft verurteilt

20.04.2016, 20:05

Ein Lehrer ist wegen des Missbrauchs von zehn Buben in regierungsnahen Einrichtungen der Türkei zu 508 Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Der 54- Jährige, der zuvor teilweise geständig war, habe die Taten am Mittwoch bei der Verhandlung im südtürkischen Karaman abgestritten, berichtete der Sender CNN Türk.

Das Gericht sah es dennoch als erwiesen an, dass der Lehrer zwischen 2012 und 2015 Minderjährige, denen er Nachhilfestunden gab, in Wohnheimen missbraucht habe. Die Vorfälle ereigneten sich in Gästehäusern einer muslimischen Stiftung. Dem Mann wurde zudem vorgeworfen, seinen Opfern pornografische Bilder gezeigt zu haben.

Der Pädagoge war im vergangenen Monat festgenommen worden, nachdem Eltern von betroffenen Kindern Anzeige erstattet hatten. Ein Kind soll sich Anfang des Jahres geweigert haben, zur Schule zu gehen und seinen Eltern von der Vergewaltigung erzählt haben.

Der Fall wuchs sich zu einem politischen Skandal aus, weil Kritiker der islamisch- konservativen AKP- Regierung in Ankara vorwarfen, die Organisation schützen zu wollen. Familienministerin Sema Ramazanoglu hatte im März von einem Einzelfall gesprochen und wurde dafür von der Opposition scharf kritisiert. Die Stiftung hatte jede Verantwortung von sich gewiesen und mitgeteilt, der Lehrer habe lediglich wenige Monate für sie gearbeitet, sei jedoch kein Mitglied.

Staatsanwaltschaft forderte sogar 600 Jahre Haft

Der Angeklagte wies vor Gericht alle Anschuldigungen zurück. Er sei von der Polizei zu einem Geständnis gezwungen worden, behauptete er. Die Staatsanwaltschaft forderte in dem Prozess, der nur einen Tag dauerte, fast 600 Jahre Freiheitsentzug.

Journalisten waren bei dem Verfahren nicht zugelassen, der Angeklagte wurde per Video zugeschaltet. Seine Opfer waren laut Medienberichten bei Voranhörungen befragt worden. Menschenrechtsaktivisten kritisierten das Verfahren und forderten, die islamische Stiftung müsse zur Verantwortung gezogen werden.

20.04.2016, 20:05
AG/red
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