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30.09.2016 - 18:52
Foto: EPA (Symbolbild)

Russland: US- Drohne war nahe angegriffenem Konvoi

21.09.2016, 22:31

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Konvoi mit Hilfsgütern in Syrien überziehen einander die USA und Russland mit Vorwürfen. Während die Regierung in Washington die Handschrift der syrischen Regierung bzw. der Schutzmacht Russland hinter dem Beschuss am Montag sieht, spricht Moskau von einer "inakzeptablen Provokation" und fordert von der UNO eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls. Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums sagte zudem, dass sich zum Zeitpunkt des Angriffs eine US- Drohne in der Nähe befunden habe.

Eine Drohne vom Typ Predator sei vom Stützpunkt Incirlik in der Türkei aufgestiegen, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow. "Es ist die Frage, zu welchem Zweck sie sich dort befand", so der Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums. Die Drohne könne zur Überwachung eingesetzt werden, aber auch selbst "präzise Angriffe ausführen", so Konaschenkow. Die "westlichen Kollegen" täten alles dafür, damit die "Tragödie von Deir ez- Zor vergessen" werde.

Damit spielte er auf Angriffe der US- geführten Koalition auf Stellungen der syrischen Armee am Flughafen der Großstadt Deir ez- Zor  am vergangenen Samstag an. Dabei waren mindestens 90 Menschen getötet worden. Die Allianz hatte den Angriff als Versehen bezeichnet und die Opfer bedauert.

Ein Vertreter des US- Verteidigungsministeriums widersprach der Darstellung des russischen Generalmajors und sagte, dass "weder ein bemanntes noch ein unbemanntes Flugzeug der USA oder der Koalition in der Nähe von Aleppo" gewesen sei.

Lawrow: "Sollten von emotionalen Reaktionen absehen"

Russlands Außenminister Sergej Lawrow mahnte zur Beruhigung der Gemüter und forderte eine unabhängige Untersuchung. "Ich denke, dass wir von emotionalen Reaktionen und sofortigen öffentlichen Kommentaren absehen sollten und stattdessen zuerst untersuchen und sehr professionell sein sollten", sagte Lawrow. Sein US- Kollege John Kerry entgegnete, er habe sich "wie in einem Paralleluniversum" gefühlt, als er Lawrow zugehört habe.

Diese Lkws hätten die lebenswichtigen Güter nach Aleppo bringen sollen.
Foto: AFP

Nach dem jüngsten Wiederaufflammen der Kämpfe in Syrien appellierte Kerry zudem an Russland, für eine Unterbindung von Einsätzen der syrischen Luftwaffe zu sorgen. Russland solle entsprechend auf die verbündete Regierung von Staatschef Bashar al- Assad einwirken. Um die "Glaubwürdigkeit des Prozesses wiederherzustellen", müsse dafür gesorgt werden, dass die syrische Luftwaffe unverzüglich in den "Schlüsselgebieten" im Norden des Landes nicht mehr operiere, sagte Kerry in der Sitzung des UNO- Sicherheitsrats, an der auch Lawrow teilnahm.

USA und Russland wollen Wiederaufnahme der Waffenruhe

Der einzige Weg, das Vertrauen in eine Waffenruhe wiederherzustellen, bestehe darin, keine Flugzeuge mehr über den Schlüsselorten fliegen zu lassen und humanitäre Hilfe zurückzubringen, sagte der US- Außenminister. Auch Lawrow sprach sich für eine Wiederaufnahme der Waffenruhe aus: "Wir sind überzeugt, dass das nur mit parallelen, synchronen Schritten aller Seiten möglich ist."

Die syrische Armee hatte am Montag die zwischen den USA und Russland ausgehandelte Waffenruhe im Bürgerkriegsland nach einer Woche aufgekündigt  und ihre Angriffe sofort wieder aufgenommen. Rebellen zufolge flog die syrische Luftwaffe in Aleppo die gesamte Nacht über Angriffe.

Erneut Helfer bei Luftangriff getötet

Auch am Mittwoch sollen bei Luftangriffen Mitarbeiter von Hilfsorganisationen getötet worden sein. Neben den vier Mitarbeitern der Union of Medical Care and Relief Organizations wurden der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge in der südlich gelegenen Ortschaft Khan Touman mindestens neun Kämpfer des Rebellenbündnisses Jaish al- Fatah getötet. Regierungstreue Medien berichteten, die Armee habe eine Düngemittelfabrik in Ramousah südwestlich von Aleppo zurückerobert. Die Beobachtungsstelle meldete den Vorstoß ebenfalls.

Aleppo war vor dem Krieg die größte Stadt des Landes. Die Regierung will mit ihren Angriffen die Rebellen aus Gebieten im Süden und Westen vertreiben und die Autobahnverbindung in die Hauptstadt Damaskus zurückerobern.

21.09.2016, 22:31
AG/red
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