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30.09.2016 - 13:51
Flüchtlingscamp in der libanesischen Grenzstadt Arsal
Foto: AP

Pulverfass Libanon: Neue Katastrophe droht

02.03.2016, 16:44

Die Lage im Libanon wird täglich dramatischer. Der an Syrien grenzende Kleinstaat ist mit mehr als zwei Millionen registrierten und nicht registrierten Flüchtlingen ein Pulverfass. Aus den Auffanglagern will jeder weg, der nur irgendwie kann. Wenn der Damm bricht, steht Europa vor der nächsten Katastrophe. Am Mittwoch ist Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil mit einer Hercules- Maschine zu einem Besuch in das nahöstliche Schlüsselland aufgebrochen.

"Die humanitäre Hilfe ist ein Schlüssel in der Bewältigung der Flüchtlingssituation. Wenn wir den vor dem Krieg in Syrien flüchtenden Menschen in den Heimatregionen helfen, dann fallen diese Menschen nicht den Schleppern in die Hände und machen sich auch nicht auf den Weg nach Europa." So erklärte Doskozil seine Mission zum Auftakt seiner ersten großen Auslandsreise in der Funktion als Verteidigungsminister.

Die Ausgangslage ist allerdings denkbar schwierig. Über den Libanon, der kleiner ist als Oberösterreich, hat längst jeder den Überblick verloren. Offiziell wird die Zahl der Flüchtlinge mit 1,2 Millionen angegeben - bei rund sechs Millionen Einwohnern ohnehin schon eine gewaltige Zahl. Doch tatsächlich sollen es mindestens zwei Millionen Menschen sein, die aus den Nachbarregionen in den Libanon gekommen sind. Manche Quellen gehen sogar von drei Millionen Flüchtlingen aus. Aber ganz genau kann das ohnehin keiner mehr sagen.

Fast die Hälfte der Flüchtlinge ist unter 17 Jahre alt

Dramatisch ist die Situation auch im Detail. Von den 1,2 Millionen registrierten Flüchtlingen ist etwa eine halbe Million zwischen fünf und siebzehn Jahre alt. Zwei Drittel davon haben seit Jahren keine Schule mehr besucht. Verteidigungsminister Doskozil will daher vor allem einmal, dass "die Flüchtlingskinder die Möglichkeit bekommen, eine Grundschule zu besuchen". Auch die medizinische Versorgung soll gewährleistet werden.

Derzeit ist es so, dass der Libanon sich weder um Unterkunft noch um Nahrung kümmert. Das machen UNHCR, UNICEF, das Welternährungsprogramm und viele kleinere Hilfsorganisationen. Die meisten Flüchtlinge müssen allerdings selbst schauen, wie sie zurechtkommen. Sie leben von Gelegenheitsjobs unter anderem in der Haschischproduktion und Spenden aus nicht immer ganz klaren Quellen.

Das wenige Geld, das die Flüchtlinge verdienen, wird gespart - damit sie genügend zusammenbekommen, um Schlepper zu bezahlen, die sie nach Europa bringen. Die Tarife: von 180 Euro für einen Schiffsplatz nach Europa bis zu 470 für einen Billigflug in die Türkei.
Und anders als manchmal erzählt wird, ist klar: Wer es auf dem äußerst gefährlichen Weg einmal nach Europa geschafft hat, will nie mehr zurück.

02.03.2016, 16:44
Claus Pándi, Kronen Zeitung
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